Sonntag, 30. August 2015

45 gute Gedanken

Sammele dich für einen Moment bevor du die folgenden Zeilen liest.
Geh mit mir zusammen auf die Reise in unsere Vorstellungskraft.
Du bist dort, wo deine Gedanken sind.

Sieh zu, dass deine Gedanken da sind, wo du sein möchtest.


01. Sich verlieben.

02. Lachen, dass dir das Gesicht weh tut.

03. Eine heiße Dusche.

04. Keine Warteschlangen im Supermarkt.

05. Ein besonderer Augenblick.

06. Eine nette E-Mail bekommen.

07. Eine atemberaubende Straße entlang fahren.

08. Deinen Lieblingssong im Radio hören.

09. Im Bett liegen und zuhören, wie die Regentropfen an dein Fenster klopfen.

10. Ein warmes Badehandtuch – frisch aus dem Trockner.

11. Erdbeermilchshake! (oder eine andere Sorte)

12. Ein Sprudelbad.

13. Kichern.

14. Eine gute Unterhaltung.

15. Das Meer.

16. Einen 20-€-Schein im Mantel vom letzten Winter finden.

17. Über sich selbst lachen.

18. Ein Anruf am Abend, der bis in die Nacht hinein dauert.

19. Durch einen Rasensprenger laufen.

20. Einfach so lachen, ohne Grund.

21. Jemanden haben, der dir sagt, wie hübsch du bist.

22. Über einen Gedanken lachen.

23. Freunde.

24. Zufällig mitbekommen, wie jemand etwas Nettes über dich sagt.

25. Aufwachen und feststellen, dass du noch 3 Stunden schlafen kannst.

26. Dein erster Kuss (oder auch der erste Kuss mit einem neuen Partner).

27. Neue Freunde finden oder Zeit mit alten Freunden verbringen.

28. Mit einem süßen, kleinen Welpen spielen.

29. Jemand, der mit deinen Haaren spielt.

30. Süße Träume.

31. Heiße Schokolade.

32. Ein Ausflug mit Freunden.

33. Auf einer Schaukel schaukeln.

34. Augenkontakt mit einem netten Fremden halten.

35. Schokoladenkekse backen.

36. Freunde haben, die dir selbstgemachte Kekse schicken.

37. Händchen halten mit Jemandem, den du lieb hast.

38. Einen alten Freund zufällig wieder treffen und feststellen, dass sich nichts geändert hat.

39. Den Gesichtsausdruck beobachten, von jemandem, der ein Geschenk öffnet, das er sich schon lang gewünscht hat.

40. Den Sonnenaufgang beobachten.

41. Jeden Morgen aufstehen und dankbar dafür sein, einen neuen wundervollen Tag zu erleben.

42. Wissen, dass dich jemand vermisst.

43. Eine Umarmung von jemandem, der dich liebt.

44. Ein heißes Bad nach einem Wintersparziergang.

45. Wissen, dass du das Richtige getan hast – egal was die anderen sagen.

Von Idar über Glan-Dörfer nach Baumholder

Samstag, 29. August 2015:
Nachdem die geplante Rennrad-Tagestour des RSC Blitz Idar-Oberstein nach Rockenhausen abgesagt wurde, entschieden wir uns, stattessen eine kleinere Runde zu drehen. Gut gestärkt vom Frühstück und den Resten des gestrigen Abends steige ich um kurz nach 13:00 Uhr auf mein Rad, um mich auf den Weg nach Nahbollenbach zu machen. Fit fühlt sich anders an, aber die Schuld suche ich einzig und allein bei mir. Entweder war es gestern ein Ouzo zuviel oder ein Glas Mineralwasser zu wenig.
Nur vier Leute sind es, die sich am verabredeten Treffpunkt einfinden. Soll es an der Hitze liegen, denn schließlich zeigt das Thermometer fast genau 30 Grad an?
 

Bei Becherbach
Über Weierbach, Heimweiler, Becherbach bei Kirn, Otzweiler, Sien, Langweiler, Homberg und Kirrweiler gelangen wir nach Glanbrücken.
Viele Motorradfahrer sind heute unterwegs.
Die Temperatur ist auf deutlich über 30 Grad gestiegen. So lange man fährt, wird man vom Fahrtwind angenehm gekühlt. Im Stand allerdings brennt die Sonne erbarmungslos.
Meine erste Flasche ist schon leer. Entlang des Glans setzen wir die Tour parallel zur Draisinenstrecke über Sankt Julian, vorbei an Gumbsweiler und Eschenau Richtung Rathsweiler fort.


Zwischen Homberg und Schönborner Hof
Auf der L 169, im Totenalbtal, die als einzige öffentliche Straße über den Truppenübungsplatz führt, fahren wir Richtung Niederalben und sehen schon bald das 21 Hektar große, im Norden der Verbandsgemeinde Altenglan in der Gemarkung Niederalben liegende Naturschutzgebiet "Mittagsfels" mit seinen Andesit-Felshängen.
Fast genau 53 Kilometer haben wir zurückgelegt, als am linken Straßenrand drei Motorräder stehen... davor ein Wagen mit Warnblinkanlage. Wir ahnen, dass hier etwas passiert sein muss, die drei Motorräder sehen allerdings unversehrt aus.
Dann, in einer scharfen Kurve, sehen wir die Ursache - ein junger Fahrer kam mit seinem Wagen von der Fahrbahn ab, überschlug sich und landete im Graben vor einem Felsen. Die Straße ist übersät mit Trümmerteilen und Glassplittern, also lieber absteigen und das Rad tragen, bevor man sich eine Scherbe einfängt.


Radweg an der Draisinenstrecke am Glan
Wir passieren noch gut zehn bis zwölf Motorräder, die an der Unfallstelle angehalten haben. Mittlerweile hat sich auch herauskristallisiert, wer der Fahrer ist. Lässt man die Personen in Motorradkleidung außer Acht, kommen nicht mehr viele in Frage. Er scheint unverletzt, steht am Straßenrand und schaut - verständlicherweise traurig - auf seinen BMW. Die Unfallstelle ist abgesichert und mehr als genug Helfer vor Ort. Hier gibt es allerdings ein Problem - kein Mobilfunksignal. Während wir wieder im Sattel sitzen, überholt uns ein Autofahrer, den wir später an einer Notrufsäule wiedersehen. Für Hilfe ist also ausreichend gesorgt.
Die Wüstung Erzweiler, die im Jahre 1938 als einziger Ort bei der Anlegung des Truppenübungplatzes nicht sofort komplett umgesiedelt wurde, ist unser nächstes Ziel. Erst 1942 wurde Erzweiler in den Truppenübungsplatz Baumholder integriert, blieb aber weiterhin bewohnt. Die verbliebene Bevölkerung gab den Ort 1974 auf und wurde umgesiedelt. Die Gebäude wurden abgetragen und eingeebnet. Erhalten blieben die 1957 erbaute Kirche und der Friedhof mit der Leichenhalle.
Der 13 Kilometer lange Anstieg von Niederalben nach Baumholder, auf dem immerhin 260 Höhenmeter überwunden werden müssen, kostet Kraft. Glücklicherweise verläuft die L 169 durch bewaldetes Gebiet und wir können uns über Schatten freuen.
Zwischenzeitlich kamen uns zwei Fahrzeuge der Feuerwehr sowie ein Polizeiwagen entgegen. Man braucht nicht lange zu raten, wohin sie fahren. Dass der Anstieg Mensch und Material fordert, erfahren wir am eigenen Leib und an einem der Räder - eine Speiche hat sich gelockert. An der Eisdiele in Baumholder, bei der wir uns erholen, versuchen wir, die Speiche nachzuziehen. Leider passt mein Speichenschlüssel nicht und so ist für Jochen leider Schluss. Um das Laufrad nicht weiter zu strapazieren, lässt er sich abholen.
Erst einmal sorgen wir allerdings für Kühlung. Meine Wahl fällt auf eine "Kalte Zitrone" - ausgepresste Frucht mit Mineralwasser, etwas Zitroneneis und Eiswürfel. Das erste Glas ist schnell geleert und so ordere ich ein zweites.
Zu dritt treten wir die Heimfahrt an. Retour verläuft die Strecke über Reichenbach, vorbei an Frauenberg und Hammerstein. Hier trennen sich unsere Wege. Für mich geht es nach Algenrodt, bevor in Idar nach 83 Kilometern und 1.170 überwundenen Höhenmetern das Ziel erreicht ist.


Weitere Informationen, Fotos und GPS-Dateien unter

http://www.gpsies.com/map.do?fileId=rydbgomefveoyrcz

Sommerabend mit Freunden

Freitag, 28. August 2015:
Der Tag beginnt mit Regen, was wohl daran liegt, dass gestern Abend nicht jeder sein halbes gefülltes Hühnchen aufgegessen hat. Auf einigen der 19 Teller war noch Fleisch an den Knochen. So ein halbes Hühnchen mit Füllsel, Pommes und Salat ist eine Delikatesse, zumal beim Hühnchen die Gräten größer sind als beim Fisch und ich es deshalb diesem vorziehe. Jedenfalls war es ein schöner Abend mit unserem Freundeskreis. Letztes Jahr im Mai saßen wir anlässlich meines 40. Geburtstages dort – seitdem haben wir viel zu lange mit einer Wiederholung gewartet.


Die Ruhe vor dem Sturm

Unsere obligatorische Freitags-Radtour findet heute ohne mich statt. Es gibt einiges zu organisieren, denn ich habe die hungrige und durstige Meute anschließend eingeladen.
Beide Kühlschränke sind ausreichend mit allerlei Getränken gefüllt und zwölf Kilogramm Spießbraten/Rollbraten sollen bei 24 Personen für ein ausreichendes Sättigungsgefühl sorgen. Kein großes Brimborium, einfach eine Scheibe Braten ins Brötchen, in die andere Hand ein Bier und fertig.

Das habe ich verpasst...
Die Zubereitung erfolgt zwangsläufig auf ganz traditionelle Art, von Hand gedreht. Mein Spieß mit elektrischem Antrieb fasst nur zwei Braten, was heute nicht ausreicht. Da aber in Idar-Oberstein so gut wie jeder Mann, der etwas auf sich hält, einen Spieß für diesen Zweck besitzt, war es nicht schwer, sich ein passende Exemplar zu leihen – nur ohne passende Aufnahme für den Motor.



...und diesen Sonnenuntergang auch
Um kurz vor 21 Uhr treffen meine Gäste ein. Das Fleisch braucht noch ein paar Minuten, ansonsten steht alles zur Selbstbedienung bereit. Während der letzte noch unter der Dusche steht, halten die ersten bereits ihre mit Braten gefüllten Brötchen in der Hand. Es ist gut gelungen, wenn auch die vier Braten zu je drei Kilogramm fast 2,5 Stunden über dem Feuer hingen.
Sogar einige Mitbringsel schmücken wenig später meinen Esszimmertisch, obwohl ich ausdrücklich darum gebeten hatte, nichts zu schenken.

Da ist wohl jemand müde
Auch eine neue Lektüre mit dem Titel „Faszination AlpenX“ habe ich aus dem Geschenkpapier geschält, mit dem ich mir nun meine Langeweile vertreiben kann.Lange sitzen wir auf der Terrasse, was mich nicht wundert, denn das Wetter meint es gut mit uns.

Kaffee, Espresso, Ouzo, Käseplatte… es ist ein schönes Gefühl, zufriedene Gäste bewirten zu können.



Angedacht - Das Plus vor der Klammer

Im Mathematikunterricht lernten wir viele Rechenwege, die nach festgelegten Regeln schließlich zu den richtigen Ergebnissen führten.
Wir hörten, dass der "Satz des Pythagoras" eine unumstößliche Voraussetzung in der Geometrie ist: "Das Quadrat über der Hypotenuse ist gleich der Summe der Quadrate über den Katheten."
In der Algebra konnte man schwierige Aufgaben lösen, wenn man sich an die Regel der "binomischen Formel" hielt, die besagt, dass (a + b)2 = a2 + 2ab + b2 ist.
Bis heute bewegt mich eine im Mathematikunterricht gewonnene Erkenntnis, an der ich mich in der Frage nach den Grundvoraussetzungen für ein christliches Leben orientiere.
Wir mussten damals mit Klammern, in denen mehrere bekannte oder unbekannte Größen untergebracht waren, zu rechnen und hatten sehr darauf zu achten, was für ein Vorzeichen vor der Klammer steht.
Wir lernten: Steht ein "Minus" vor der Klammer, so ist der gesamte Inhalt negativ, wie groß auch der darin enthaltene Wert ist.
Steht ein "Plus" vor der Klammer, so ist auch der in der Klammer vorhandene Wert positiv.
Mir kam in der Übertragung dieses Sachverhaltes auf mein Leben der Gedanke, dass in der Klammer der Gesamtwert meiner Existenz steht, meine Erfahrungen und Erlebnisse, meine Wünsche und Erfolge, meine Pläne und Vorstellungen, kurz – alles was mein Leben ausmacht, worauf ich stolz bin und auch das, was mich betrübt.
Es wurde mir deutlich, dass alles abhängig ist von dem, was vor dieser Klammer steht: Entweder der Segen Gottes, für den ich mich offenhalte oder mein menschlicher Ehrgeiz, der mir einredet, alles, was ich bin, bin ich aus mir selber.
Wenn ich also die persönlichen, selbstherrlichen Aspekte vor die Klammer meines Lebens setze, kommt es zu lauter negativen Ergebnisse; mögen die einzelnen Erfahrungen und Erfolge menschlich gesehen noch so hoch eingeschätzt werden.
Steht jedoch der Segen Gottes davor, dann erhalten sämtliche Lebensabschnitte einen positiven Wert.
Mich faszinierte die Vorstellung, dass unter dieser Voraussetzung auch meine Schwachheiten, meine Fehlentscheidungen und meine Schuld einen neuen Aspekt bekommen: Gott, der in Jesus Christus seine grenzenlose Gnade sichtbar gemacht hat, wendet meine Unvollkommenheiten zum Guten. Der Segen Gottes, den ich als freundschaftliches Eingreifen des Schöpfers in mein Leben verstand, veränderte die menschlichen Sichtweisen. Denn die für die meisten Menschen erstrebenswerten Dinge, wie Glück, Gesundheit, Geld und irdische Güter, sind vergänglich und haben keinen Ewigkeitswert.
Was schon in diesem Leben bleibende Bedeutung erhält, sind die Ereignisse, die vom Segen Gottes begleitet werden und die ER in seiner Güte zum Guten wendet und die ER durch Jesus Christus vergibt.
In der Gewissheit, dass Gottes Segen das große "Plus" vor der Klammer meines Lebens ist, werde ich dankbar gegenüber der unverdienten Gnade Gottes. ER führt und begleitet mich durch die Gegenwart. ER lässt mich auch in den dunklen Phasen der Trauer oder der Einsamkeit nicht ohne seine Nähe.
Solche Hoffnung und Zuversicht ist in meinem Leben die Quelle göttlichen Segens.
Für mich ist es immer wieder ein Grund zum Staunen, dass ich in Bereichen, die scheinbar gar nichts mit Religion zu tun haben, wie dem Mathematikunterricht, etwas von dem Wirken Gottes entdecken kann.

Sonntag, 23. August 2015

Hinterher ist man immer schlauer

Sonntag, 23. August 2015:
Lange schlafe ich heute… sehr lange für meine Verhältnisse. Es ist 10:30 Uhr, als ich durch mein Schlafzimmerfenster in einen blauen Himmel blicke.
Letzte Nacht kam ich nach dem Besuch einer Geburtstagsparty in Mörschied erst gegen 03:15 Uhr ins Bett.
Die Party im großen Saloon auf dem Gelände der Freilichtbühne Mörschied stand unter dem Motto „Wilder Westen“.

Warten auf die Gäste...
Passend fiel demnach meine Kleidung aus: Cowboy-Hemd, Lederweste, Jeans, Chaps, ein blaues Halstuch, Lederhut und ein Holster mit Revolver. Im Holster befanden sich stilecht Patronen im Kaliber .44 Magnum. Hergestellt aus original Hülsen mit eingepressten Teilmantelgeschossen. Die Füllung der Patronenhülsen besteht aus Sand, um das original-Gewicht der Patrone zu erreichen. Lediglich die abgeschlagenen Zündhütchen zeigen einem aufmerksamen Beobachter, dass es sich nicht um scharfe Munition handelt.
Zum perfekten Cowboy-Outfit fehlten leider die mit Sporen versehenen Stiefel… schade.

Den ersten Preis hätte sicher Wiltrud verdient, die im rosa Kostüm als Winnetouch für viel Gelächter sorgt.
Der Gastgeberin, meiner Kollegin, hatte ich Hilfe angeboten und so war es meine Aufgabe, ihre 160 Gäste mit frisch gezapftem Kirner Bier zu versorgen, was mir – auch dank perfekt eingestellter Zapfanlage auf 2 bar – sehr gut gelang.
Mit Spanferkel, Spießbraten (auch Rollbraten genannt), Majoran-Kartoffeln sowie etlichen Salaten wurde die Gesellschaft beköstigt. Gute Musik, teilweise live, und Tanzauftritte sorgten für gute Stimmung und einige Überraschungsmomente.

KIRNER BIER im Wilden Westen

Das erste 50-Liter-Fass war schnell verbraucht, das zweite leerte sich deutlich zögerlicher.
Der Genuss von Bier, Schnaps, Jack Daniels und anderen alkoholischen Getränke führte zum Glück nicht dazu, dass ein Eingreifen des Sheriffs notwendig wurde.
Am Ende – die Uhrzeit habe ich aus den Augen verloren – liefen 100 Liter Bier durch den Zapfhahn, was etwa 300 Gläsern entspricht… genau genommen etliche mehr, da auch viel Radler und Cola-Bier verlangt wurde. Perfektes Timing jedenfalls. Kein Rest im Fass und der verbliebene harte Kern schwenkt auf Flaschenbier um.
Nach der Ankunft im trauten Heim brauche noch eine gewisse Zeit zum „runterkommen“.
Noch duschen bevor mich das Land der Träume in seinen Bann zieht.

Jetzt stehe ich hier, blicke aus dem Fenster, eine Tasse Kaffee in der Hand, und überlege, mit welcher Beschäftigung ich den Tag sinnvoll verbringe. Zu diesem Zeitpunkt ist mir noch nicht klar, dass ich mich später ärgern werde.
Gerne würde ich Rad fahren, aber nachdem alle Medien wie Videotext, Internet und die beiden Apps meines Smartphones Regen melden, entscheide ich mich dagegen. Regen melden alle, manche ab 12:00 die anderen ab 14:00 Uhr. Und tatsächlich mischen sich unter den blauen Himmel mehr und mehr graue Wolken. Na ja, dann setze ich mich eben an den PC und schreibe ein paar Zeilen im Blog. Im Hintergrund läuft D-Max. Jetzt gerade schweift mein Blick auf die Uhr – 16:39 Uhr und bisher hat kein Tropfen Regen den Boden berührt. Ich hasse diese Wetterfrösche. Man hätte also doch fahren können, längst wäre man wieder zu Hause. Bis jetzt bot der Tag perfektes Wetter für jede Outdoor-Aktivität… ärgerlich, aber hinterher ist man immer schlauer, wie so oft im Leben.
Nun lohnt es sich für mich allerdings nicht mehr, noch etwas zu unternehmen, da ich um 18:00 Uhr auf eine Geburtstagsparty eingeladen bin… wieder mal in Leitzweiler.


Es gab dann doch noch Regen - und wie!!!

Kaum saß ich um 17:40 Uhr im Auto, fielen kurz hinter Algenrodt die ersten Tropfen. Später versuchten wolkenbruchartige Regenfälle, uns den Abend zu verderben, was ihnen allerdings nicht gelang. Dank überdachter Grillhütte saßen wir trocken am wärmenden Feuer.
Lediglich die knapp vier Meter zur angrenzenden Schutzhütte, in der Salate und Bier zu finden waren, galt es zu überwinden. Vom Hang lief das Regenwasser zu unseren Füßen. Kein Problem, einfach ein Stück Holz auf den Boden legen, Schuhe drauf, Problem gelöst.

Morgen ist wieder Montag und ich bin noch nicht mal mit dem Sonntag fertig. Irgendwie vermisse ich den Tag zwischen Sonntag und Montag.

Von Leitzweiler, Nohen und Baumholder

Freitag, 21. August 2015:
Der recht unscheinbare Ort Nohen ist es an diesem Freitag, der uns mal wieder zum Mountainbiken anzieht. Während der Fahrt von Leitzweiler, wo ich Freunde auf ihrem Zeltplatz besucht habe, steigt die Freude, denn das Wetter ist mal wieder perfekt – wie so oft in diesem Sommer.
Siebzehn Personen sind es heute, die sich am Wanderparkplatz an der Straße Richtung Rimsberg treffen, um gemeinsam ihrem Hobby nachzugehen.
Ein kurzes Stück Hauptstraße Richtung Reichenbach und endlich geht es nach links in ein Waldstück. Von hier gelangen wir auf den Themenwanderweg der verschwundenen Dörfer.
Der hölzerne Weinschrank
Der erste Aussichtspunkt „Nahe-Blick“ ist erreicht. Zügig geht es weiter, vorbei an der Kupfergrube, bis zum Relikt „Ilgesheim“ des Themenwanderweges. Ein Schild weist uns auf die Zufahrten zu den Außenfeuerstellungen 206 und 207 des Truppenübungsplatzes hin.
Über Asphalt rollen wir Richtung Reichenbach, queren die L 172 und halten uns Richtung der Heimbacher Höfe, wo wir am Relikt „Breungenborn“ vorbei kommen.
Wir haben acht Kilometer zurückgelegt, als wir nach rechts abbiegen. Der Feldweg führt uns auf die Traumschleife „Nohener Nahe-Schleife“, die mit 85 Erlebnispunkten bewertet wurde und in diesem Jahr bei der Wahl zu Deutschlands schönstem Wanderweg immerhin den fünften Platz belegt hat.
Das Highlight der Traumschleife ist sicher der Weinschrank, der sich an einem tollen Aussichtspunkt befindet. Einige Neulinge unserer Gruppe versetzt der hölzerne Schrank mit leckerem Nahe-Wein in Staunen.
Nach dem nächsten Aussichtspunkt „Felsenklipp“ führt der Weg über Wald- und Wiesen-Etappen bis hinunter zur Nahe. Am Fluss entlang fahren wir bis zur Brücke, die uns zur Bruchwiesenschleife bringt. Nach Querung der Nahe muss der Anstieg hoch zum Hasenkopf bewältigt werden, bevor wir wieder hinunter bis zum Heimbacher Bahnhof rollen.
Als nächstes Ziel steht Weiersbach auf dem Programm. Dazu müssen wir ein Stück durch den Ort Heimbach und stehen bald am Einstieg eines tollen Trails, dem Kirchenweg. Er ist schmal, steinig und erfordert volle Konzentration. Wurzeln, größere Steine und Geröll können schnell zu einem Sturz führen. Dazu kommt der nach rechts steil abfallende Hang.
Auf dem Kirchenweg (immer nach links fallen)
Noch ein paar Hinweise an die Neulinge… „vorsichtig fahren, Abstand halten und nach links fallen“. Ich genieße den Trail nun zum dritten Mal. Vorbei am Keltischen Baumkreis stehen wir wenig später in Weiersbach und rollen weiter nach Hoppstädten. Von hier gilt es, den zweiten steilen Anstieg hoch zum Eborner Berg zu überwinden - 130 Höhenmeter an einem Stück. Kai-Uwe auf seinem E-Bike-Fully zieht im Turbo-Modus locker an uns vorbei. Er kann verschwenderisch mit seiner Energie umgehen, weiß er doch, dass wir uns dem Ende der Tour nähern.
Es wird langsam finster und die ersten Lampen erhellen unser Umfeld. Meine liegen zu Hause in der Garage, denn ich habe mich verschätzt. Ab jetzt sollte man wirklich bei jeder Freitags-Tour eine Lampe mitführen. Am Abzweig zum Waldgeistersteig entscheiden sich einige Fahrer, die mit Lampen ausgerüstet sind, diesen Umweg noch mitzunehmen. Ich allerdings schließe mich der Gruppe an, die auf dem schnellsten Weg nach Nohen rollt.
Auf dem Parkplatz ziehen wir uns um und nehmen – wenn mich mein Gedächtnis nicht im Stick gelassen hat – mit 13 Personen vor der Gaststätte „Zum Bahnhof“ Platz. Die Pizza Uno ist heute eindeutig der Favorit.
Gegen 22:45 Uhr haben alle bezahlt und unsere Wege trennen sich. Nun muss ich mich entscheiden: Altstadtfest in Baumholder oder wieder zu meinen Freunden auf den Zeltplatz nach Leitzweiler? Meine Entscheidung fällt auf Letzteres. Hier sitzen wir noch am Lagerfeuer und reden über allerlei sinniges und unsinniges. Mittlerweile ist es so spät geworden, dass ich denke, es macht keinen Sinn mehr, noch nach Baumholder zu fahren. In Heimbach erreicht mich allerdings die WhatsApp einer Freundin, die mich überredet, noch den Weg nach Baumholder einzuschlagen. Und tatsächlich ist hier noch viel Betrieb. Bei guter Musik halten wir es bis 02:15 Uhr aus. Meine dünne Softshell-Jacke hätte ich nicht unbedingt gebraucht.
Nach einer gemütlichen Fahrt durch die Nacht - begleitet von guter Musik - geht dieser ereignisreiche Tag zu Ende.

Weitere Informationen, Fotos und GPS-Dateien unter

Donnerstag, 13. August 2015

Auf die Perspektive kommt es an

Ein Mann nahm seinen Sohn mit auf eine Reise, um ihm etwas über das Leben anderer Menschen beizubringen, die es nicht so gut haben wie er und ihm zu zeigen, wie es ist, in Armut zu leben.
Doch was geschah? Am Schluss brachte der Kleine seinem Vater etwas bei, das dessen Perspektive auf das Leben verändern sollte.

Eines Tages nahm ein sehr wohlhabender Vater seinen Sohn mit aufs Land, um ihm zu zeigen, wie es ist, arm zu sein.
Sie verbrachten einige Tage und Nächte auf der Farm einer Familie, von der bekannt war, dass sie nur sehr wenig Geld hatte.

Als sie nach Hause zurückkehrten, fragte der Vater seinen Sohn, ob ihm der Ausflug gefallen habe.
"Es war toll, Papa", antwortete der Sohn.
"Hast du gesehen, wie arm Menschen sein können?", fragte der Vater.
"Oh ja", sagte der Sohn.

"Was hast du also von der Reise gelernt?", wollte der Vater wissen.
Der Sohn antwortete: "Ich hab gesehen, dass wir einen Hund haben und sie hatten vier.
Wir haben einen Pool, der bis in die Mitte unseres Gartens reicht und sie haben einen Bach, von dem man das Ende gar nicht sieht.
Wir haben gekaufte Laternen in unserem Garten und sie haben nachts die Sterne.
Unsere Terrasse reicht bis zum Vorgarten und sie haben den ganzen Horizont.

Wir haben ein kleines Stück Land, auf dem wir leben und sie besitzen Felder so groß, dass man sie nicht überblicken kann.
Wir haben Bedienstete, die uns bedienen, doch sie tun anderen Gutes.
Wir kaufen unser Essen, sie bauen ihres selbst an.
Wir haben Mauern um unser Grundstück, die uns beschützen sollen, sie haben Freunde, die sie beschützen."

Der Vater war sprachlos. Dann fügte sein Sohn hinzu: "Es hat mir gezeigt, wie arm wir eigentlich sind."
Zu oft vergessen wir, was wir haben und konzentrieren uns darauf, was wir nicht haben.
Was für den einen ein wertloser Gegenstand ist, ist für den anderen ein wertvoller Besitz.

Es kommt alles auf die Perspektive an.
Manchmal braucht es die Perspektive eines Kindes, um uns daran zu erinnern, was wirklich wichtig ist.

Montag, 10. August 2015

Soonwaldtour - die Zweite

Sonntag, 09. August 2015:
Auch heute ist es wieder sehr warm. Auf der Suche nach einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung überlege ich an einer Wanderung oder einer Radtour… Mountainbike oder Rennrad? Hmmm, gewandert sind wir gestern… die Wahl fällt auf die Strecke, die wir vorgestern mit den Mountainbikes gefahren sind, allerdings dieses Mal mit mehr Ruhe und Aufenthalt an den Aussichtspunkten.
Ab Martinstein fahre ich über Merxheim nach Monzingen. Kaum habe ich den Ort Richtung Wald verlassen und links des Weges das Schild „Wildschutzzone – Hunde anleinen!“ gelesen, sehe ich in etwa 40 Metern Entfernung auch schon einen Köter, der mich ankläfft. Könnte ein Jack Russell Terrier sein, wobei dieser hier schon recht groß ist. Die mehrfachen Rufe der Dame scheinen das Tier nicht im Geringsten zu interessieren und zeigen mir, dass der Hund, der auf den Namen „Florian“ hören SOLLTE, wohl nicht gut erzogen ist. Je mehr sie sich Florian nähert, um ihn anzuleinen, desto weiter läuft er in meine Richtung auf mich zu. Die Distanz zwischen uns schrumpft, bevor sie es endlich geschafft hat, den Hund an die Leine zu nehmen. Ein kurzes „Danke“ ihrerseits ignoriere ich. Hier ist mir jedes Wort zuviel.
Auf dem Willigisweg mit Blick Richtung Auen

Zur Utsch-Hütte, die am Rundweg A3 in Auen liegt und nach Friedrich Wilhelm Utsch, besser bekannt als der Jäger aus Kurpfalz, benannt wurde, wähle ich – nach der Erfahrung von Freitag – einen anderen Weg. Ein kurzer Trail und man steht bei der tausendjährigen Willigis-Kapelle. Sie erhielt den Namen ihres Erbauers erst 1913. Vorher hieß sie „Geh-in-Kirche“. Der Name sollte Mahnung zum Kirchgang sein und zu einer Vertiefung des Glaubens bei den Menschen aus dem Soonwald führen. Bei der Renovierung 1977 und 1979 stellte man fest, dass die Kirche auf römischen Fundamenten steht. Teilweise wurde sogar keltisches Material gefunden.
An dieser Kapelle soll Friedrich Wilhelm Utsch begraben sein. Er lebte von 23.06.1735 - 13.03.1795. Dem berühmten Jäger wurde in Auen ein Denkmal errichtet.
Über Teile der „Vitaltour Willigisweg“ führt meine Tour Richtung ehemaligem Fliegerhorst Pferdsfeld.
Der Himmel zeigt sich bedeckt und die Wärme ist erträglicher als am Freitag.
Ich folge dem Weg zur westlich des ehemaligen Flugplatzes Pferdsfeld im Hoxbachtal gelegenen „Schinderhanneshöhle“.
Bis jetzt gab es keinen Platten – hoffentlich bleibt es so.
Aussicht von der Uhuwarte

Vorbei an der zu Seesbach gehörende Siedlung Waldfriede ist der beschaulichen Ort Horbach mein nächstes Ziel.
Nun befindet man sich auf der „Vitaltour Felsengarten“ mit den Aussichtspunkten „Falkenstein“, „Uhuwarte“ und „Rabenkanzel“, von denen man atemberaubende Blicke in das Kellenbachtal genießen kann. An jedem Aussichtspunkt bleibe ich stehen, halte die Erinnerungen mit meiner Digitalkamera fest und bin zufrieden.
Beim Abzweig zur Uhuwarte höre ich eine Männerstimme rufen. Zu weit ist er entfernt, als dass ich den Namen des Vermissten deuten kann. Wenige Sekunden später weiß ich, wen er sucht – seinen Hund. Dieses Mal steht ein schwarzes Tier ein paar Meter hinter einer Kurve vor mir, ebenfalls nicht angeleint, aber wenigstens dicht gefolgt von seinem Herrchen. Das laute Bellen des Hundes, dessen Kopf mir bis zur Hüfte reicht, wird von seinem Herrchen mit lautem Schimpfen quittiert. Dieses Gespann scheint besser erzogen zu sein, denn sofort verstummt das Gebell, der Hund setzt sich und lässt sich anstandslos anleinen.

Herrlicher Trail
Einen anspruchsvollen Trail sowie einen beschwerlicher Anstieg später stehe ich erneut an einem Aussichtspunkt, von dem aus ich in den Ort Simmertal gelange.
Der Anstieg zum Flachsberg mit 105 Höhenmetern am Stück geht in die Beine. Dafür wird man mit dem Naturschutzgebiet am Flachsberg entschädigt. Die schmalen Wege, die teils stark zugewachsen sind, fordern volle Konzentration.
An einer Spitzkehre verliert mein Vorderrad die Haftung. Zum Glück findet mein Fuß guten Halt und ich kann einen Sturz gerade so verhindern. Ein „Abflug“ in die Dornenbüsche wäre sicher schmerzhaft. Auch in diesem Gebiet ist die Gefahr eines Plattens groß. Zum Glück bleibe ich aber verschont.
Naturschutzgebiet Flachsberg über Martinstein

Nach ein paar tollen Ausblicken hoch über Martinstein, rolle ich vorbei am Ehrenmal über ein schmales Pfädchen hinunter in den Ort.

Weitere Informationen, Fotos und GPS-Dateien unter
http://www.gpsies.com/map.do?fileId=qrygsjvzxpanmqcc

Drei Wanderer im Hahnenbachtal

Samstag, 08. August 2015:
Für den heutigen Tag habe ich mir die Traumschleife „Hahnenbachtaltour“ des Saar-Hunsrück-Steigs ausgesucht. Das romantische Hahnenbachtal im Dreieck Bundenbach – Woppenroth – Schneppenbach bietet die Kulisse für diesen abwechslungsreichen und naturnahen Qualitätswanderweg. Beidseits des Hahnenbachs wird die einzigartige Landschaft im Hunsrück durchwandert. Dabei können im Revier des Schinderhannes Sehenswürdigkeiten wie das Besucherbergwerk Herrenberg, die Keltensiedlung Altburg sowie die Ruinen Hellkirch und Schmidtburg bestaunt werden.
Die Traumnschleife wurde vom Deutschen Wanderinstitut mit 87 Erlebnispunkten bewertet (Wandersiegel gültig bis Juli 2016) und vom Wandermagazin als "Deutschlands schönster Wanderweg 2012" ausgezeichnet.
Ursprünglich waren für heute 24 bis 25 Grad gemeldet, nun zeigt die Vorhersage allerdings Temperaturen zwischen 29 und 30 Grad.
Da der Weg viele Waldpassagen und somit Schatten aufweist, hält uns das allerdings nicht von unserem Vorhaben ab.
In Tiefenstein steigt noch ein befreundetes Pärchen zu und einige Ortschaften später stehen wir auf dem Parkplatz an der Schinderhannestränke bei Bundenbach, unweit es Besucherbergwerkes Herrenberg.
Vom Startpunkt am Besucherparkplatz folgen wir zunächst der Markierung im Uhrzeigersinn zum Besucherbergwerk Herrenberg und dem Fossilienmuseum. Weiter führt uns der Weg vorbei an der rekonstruierten Keltensiedlung Altburg auf einer Strecke von ca. 500 Metern bergan, bevor wir vom höchsten Punkt der Route hinab zum Hahnenbach wandern. Die Schieferhalde Sinsenbach ist Beleg der Bergbautradition im Hahnenbachtal. Von dort haben wir einen herrlichen Ausblick auf die Talauen und können die Stille der Landschaft genießen, bevor uns ein Pfad rechts hinein in den Rennwald führt. Nach kurzer Strecke erreichen wir die Fußgängerbrücke über den Hahnenbach. Danach wandern wir bachaufwärts am Waldesrand entlang bevor der kurze Anstieg zur Ruine Hellkirch beginnt. Die Ruine Hellkirch liegt auf einer Kuppe ca. 60 Meter über dem Tal.
Felsentunnel
Von dort genießen wir den Blick auf das Hahnenbachtal und auf einen Teil des bereits zurückgelegten Weges. Eine Sitzgruppe lädt uns zur Rast ein. Ein steiler Pfad führt uns nun den schmalen Kamm ca. 300 Meter weit hinab.
Wir folgen jetzt dem naturbelassenen Waldweg in Richtung Schmidtburg. Grenzsteine aus dem 19. Jahrhundert künden von der ehemaligen Bedeutung des Weges: GO = Großherzogtum Oldenburg, KP = Königreich Preußen. Heute stoßen hier die Grenzen der Landkreise Rhein-Hunsrück, Bad Kreuznach und Birkenfeld aneinander.
Nach Queren eines kleinen Baches erreichen wir den Wassererlebnispfad Hahnenbachtal.
An insgesamt 13 - zum Teil interaktiven - Informationsstationen kann der Wanderer vieles rund um das Thema "Wasser" in seiner gesamten Bandbreite erfahren. Hierzu stehen Tafeln mit Fragen und Antworten am Wegesrand. Die Traumschleife wandern wir in der empfohlenen Richtung im Uhrzeigersinn, der Wassererlebnispfad führt wohl allerdings in entgegengesetzter Richtung, denn wir lesen erst die Antworten zu den an der nächsten Station folgenden Fragen.
Jetzt wissen wir auch, warum eine Gehzeit von vier Stunden für die unter 10 Kilometer lange Strecke angegeben ist. Bleibt man an jedem Aussichtspunkt und jeder Tafel stehen, nimmt das Zeit in Anspruch.
Traumhaft schöner Waldweg

Wir folgen diesem Weg vorbei an der ehemaligen Schleifmühle Götzenau und der "Teufelsrutsche" zu den Ruinen der mächtigen Schmidtburg, die schon dem Räuberhauptmann Schinderhannes als Versteck diente. Von der Burg aus genießen wir die Ausblicke ins Tal der Jahrtausende, wie das Hahnenbachtal in diesem Abschnitt auch genannt wird. Von der Schmidtburg aus wandern wir wenige Serpentinen hinunter zum Hahnenbach und gelangen wieder bachabwärts über eine Brücke auf die andere Seite des Baches bis zum Forellenhof Reinhardtsmühle. Der Weg führt uns in Serpentinen bergan. Wir wandern durch Felsentunnel, die einst zum Schieferabtransport dienten und genießen mehrfach die reizvollen Ausblicke auf die Ruine Schmidtburg und die darüberliegende Altburg. Erstaunlich, wie nahe die einzelnen Sehenswürdigkeiten beieinander liegen. Luftlinie sind es vom Besucherbergwerk bis zur Altburg lediglich 220 Meter und von der Altburg zur Schmidtburg 280 Meter. Am weitesten liegt die Ruine Hellkirch entfernt – von der Altburg 1,2 Kilometer Luftlinie. Durch die Täler ergibt sich allerdings insgesamt eine längere Wegstrecke. Nach einem kurzen Anstieg sind wir wieder am Start angelangt.

Weitere Informationen, Fotos und GPS-Dateien unter
http://www.gpsies.com/map.do?fileId=peksnapxybfydxkx

Soonwald-Tour bei 40 Grad

Freitag, 07. August 2015:
Immerhin 14 Mountainbiker, die sich von der Hitze nicht abhalten lassen und die obligatorische Freitagsrunde fahren möchten, haben sich am Parkplatz beim Bahnhof Martinstein getroffen.
Mit so vielen Bikern hatte ich heute nicht gerechnet.
Es wird noch diskutiert, ob es nun 39 oder 40 Grad sind. Die Temperaturanzeigen in den Autos und sonstigen Geräten schwanken zwischen 38,5 und 40,5 Grad Celsius.
Auf kühlenden Fahrtwind hoffend setzt sich die Gruppe in Bewegung.
Vorbei an der Gänsmühle geht es über einen Feldweg Richtung Merxheim und weiter nach Monzingen. Hier auf offener Fläche ist man der Sonne voll ausgesetzt. Kein Schatten und die kühlende Wirkung des Fahrtwindes stellt sich auch nicht ein. Vielmehr hat man das Gefühl, als hätte man einen Fön vor dem Gesicht.
Kurz nachdem wir uns im Wald befinden, folgt die erste Überraschung. Der Weg ist von Forstmaschinen zerstört worden. Tiefe Furchen, große Steine und querliegende Äste fordern viel Kraft und Aufmerksamkeit. Die meisten Fahrer steigen ab und schieben.
Vorbei an der Utsch-Hütte und Willigis-Kapelle bei Auen fahren wir über Teile der "Vitaltour Willigisweg" Richtung ehemaligem Fliegerhorst Pferdsfeld.
Vor der Tour habe ich im Internet nach Informationen des nicht mehr bestehenden Ortes Pferdsfeld gesucht.

Die Ortsgemeinde Pferdsfeld gibt es nicht mehr. Sie wurde Opfer des „Kalten Krieges". Am 10.06.1979 wurde die Gemeinde mit ca. 400 Einwohnern offiziell aufgelöst und in die Stadt Sobernheim eingemeindet. In den siebziger Jahren gehörte der Bundeswehr-Flugplatz Pferdsfeld fest in die westliche Verteidigungsstrategie. Täglich starteten und landeten 40 - 50 Düsenjäger. Für die Dörfler aus Pferdsfeld ist das Militär Alltag geworden. Am 30.10.1974 zeichnete sich eine einschneidende Zäsur in der Geschichte des Dorfes ab, das Geschwader des NATO-Flugplatzes sollte auf den Flugzeugtyp „Phantom" umgerüstet werden. Die Folge war, dass Pferdsfeld nach Meinung der Presse zum „lautesten Dorf" Deutschlands wurde. Am 10. September 1976 verkündeten Vertreter von Bund und Landesregierung die Umsiedlung des Ortes und somit die Aufgabe der alten Siedlungsanlage. Als Umsiedlungsort wurde der Leinenborn im Osten der Stadt Sobernheim ausgewählt. 1978 begannen dort die Erschließungsarbeiten und 1979/1980 zogen die ersten Umsiedler in ihre neuen Häuser. In den Jahren 1981/1982 wurde dann der Ort Pferdsfeld eingeebnet. Am 26. Januar 1984 um halb zwei nachmittags wurde der evangelische Kirchturm von Pferdsfeld gesprengt. Der damalige Pfarrer Manfred Wallnauer erinnert sich an das „seltsame Gefühl", das ihn als Augenzeuge beschlich.

Die Flüssigkeit in meiner Trinkflasche hat schon längst Außentemperatur angenommen und schmeckt pisswarm. Zum Glück ist die Trinkblase im Rucksack besser abgeschirmt und der Inhalt deutlich kühler, auch wenn der erste warme Schluck aus dem Schlauch immer wieder Überwindung kostet.
Weiter geht es zur westlich des ehemaligen Flugplatzes Pferdsfeld im Hoxbachtal liegenden "Schinderhanneshöhle", bei der es angenehm kühl ist.


Schinderhanneshöhle im Hoxbachtal
Auf dem Weg dorthin merke ich, dass mein Hinterreifen Luft verliert. An der Ruhebank bei der Höhle pumpe ich Luft nach, die allerdings nicht lange halten wird. Nachdem ich zum dritten Mal meine Pumpe in der Hand halte, entschließe ich mich kurz hinter der zu Seesbach gehörenden Siedlung Waldfriede dazu, den Schlauch zu wechseln. Dabei fällt mir ein, dass mich im Jahr 2013 bei unserer Soonwaldtour, die fast deckungsgleich mit der heutigen war, auch ein Platten im Hinterreifen ärgerte. Was die heutige Ursache war, können wir nicht sagen, denn im Mantel befindet sich kein Fremdkörper. Die harten und langen Dornen der am Wegesrand befindlichen Schwarz- oder Weißdornsträucher können die Ursache sein… oder einfach nur ein spitzer Stein.
Ein paar geübte Griffe, die Hilfe zweier Mitfahrer und 5 Minuten später geht es weiter zum beschaulichen Ort Horbach.
Nun folgen Teile der "Vitaltour Felsengarten". Theoretisch könnte man an den Aussichtspunkten "Falkenstein", "Uhuwarte" und "Rabenkanzel" atemberaubende Blicke in das Kellenbachtal genießen, allerdings ist hierfür heute keine Zeit.
Auf dem schnellsten Weg fahren wir zurück nach Martinstein, um bei einem Freund und Mitfahrer, der sogar eine Campingdusche zwecks Erfrischung im Garten installiert hat, den Abend auf der Terrasse gemütlich ausklingen zu lassen. Es gibt echten Idar-Obersteiner Spießbraten (auch Rollbraten genannt), leckere Brötchen in allen denkbaren Variationen aus der eigenen Bäckerei und verschiedene Sorten kalte Getränke. Dazu nette Gespräche, einige Witze und ein toller Panoramablick von erwähnter Terrasse.

Mittwoch, 5. August 2015

Fahrrad-Witze

Kommt ein Mann in ein Geschäft und sagt zu dem Verkäufer: "Ich hätte gern eine Klingel für mein Fahrrad."
Der Verkäufer überlegt kurz und sagt: "Das ist ein fairer Tausch, einverstanden!"

Ein Polizist sagte zu mir, wenn das Licht nicht geht, sollte ich mein Fahrrad schieben. Hab ich versucht, Licht ging trotzdem nicht.

"Herr Wachtmeister, man hat mir mein Fahrrad gestohlen!"
"War es noch in Ordnung?"
"Na ja, es tat seine Dienste."
"War eine Klingel dran?"
"Nein."
"Handbremse und Licht?"
"Auch nicht."
"Dann macht das 30 Mark Strafe."

Zwei Blondinen sind mit dem Fahrrad unterwegs. Auf einmal steigt die eine von ihrem Rad ab und fängt an, die Luft aus ihren Reifen rauszulassen. Die andere fragt sie: "Was machste denn da?"
Antwortet die erste: "Na, mein Sattel ist mir zu hoch!"
Die zweite springt dann ihrerseits auch sofort vom Rad runter und fängt an, Sattel und Lenker abzuschrauben und den Sattel anstelle des Lenkers und den Lenker anstelle des Sattels wieder festzuschrauben. Da fragt die erste: "Und was machst DU jetzt?"
Sagt die andere: "Du, ich fahr zurück - du bist mir einfach zu blöd!"

Zwei Informatiker treffen sich im Park, der eine hat ein neues Fahrrad.
Meint der andere: "Boah, dolles Fahrrad, was hastn gelatzt?"
"War kostenlos."
"Erzähl mal!"
"Naja, gestern bin ich hier durch den Park gegangen, da kommt ne Frau auf nem Fahrrad vorbei, hält an, zieht sich die Kleider aus, und meint, ich könnte alles von ihr haben, was ich will."
"Hey, echt gute Wahl, die Kleider hätten Dir eh nicht gepasst..."

Die Bauersfrau ist schwanger. Als die Wehen einsetzen, bringt sie ihr Ehemann ins Krankenhaus. Weil er aber wieder zurück aufs Feld muss, sagt er: „Schreibe mir, wenn das Baby da ist!“ Die Bäuerin entgegnet: „Ich schreibe aber lieber ‚Fahrrad angekommen‘, damit nicht alle sofort wissen, was los ist!“ Am nächsten Tag kommt eine Karte: „Zwei Fahrräder sind angekommen. Eins mit Ventil und eins ohne.“

Zwei Dorfpfarrer begegnen sich jeden Sonntag auf dem Weg zu ihren Kirchen. Jeder fährt mit dem Rad.
Eines Sonntags treffen sie sich wieder mal, der eine läuft aber zu Fuß, ganz abgehetzt und verschwitzt: "Du, es muss mir jemand mein Rad geklaut haben."
Der zweite Pfarrer sieht ihn mitleidig an und sagt: "Na, da müssen wir ja was machen, ich habe eine Idee. Du liest jetzt in deiner Predigt die Zehn Gebote vor. Beim Gebot 'Du sollst nicht stehlen!' schaue in die Gemeinde. Wer die Augen senkt, der hat Dir das Rad geklaut."
Der fahrradlose Pfarrer bedankt sich und eilt weiter. Auf dem Rückweg treffen sie sich wieder. Der vorher Radlose Pfarrer wieder auf dem Fahrrad.
"Na toll, hat es geklappt?"
"Nun ja, ich zählte die Zehn Gebote auf, und bei dem Gebot 'Du sollst nicht ehebrechen!' da fiel mir ein, wo ich mein Rad vergessen habe...."


Fritzchen fährt mit dem Fahrrad
im Dunkeln nach Hause. Da kommt ihm ein Polizist auf einem Pferd entgegen.
Dieser beugt sich runter und sagt: „Na mein Kleiner, Du hast aber da ein schönes Fahrrad, hast Du das vom Christkind bekommen?“
„Ja.“
„Dann sag dem Christkind doch, es soll nächstes mal ein Rücklicht montieren, das macht jetzt 30 Euro!“
Da beugt sich Fritzchen zum Polizisten hoch und erwidert ganz trocken: „Du hast da aber ein schönes Pferd. Hast das auch vom Christkind bekommen?“
Der Polizist lächelt milde. „Ja, wieso?“
„Dann sag dem Christkind doch, es soll das nächste mal das Arschloch hinten montieren und nicht oben drauf...“

Ein Briefträger stürzt bei Glatteis direkt vor einem Polizisten vom Fahrrad. Der Inhalt seiner Posttasche landet verstreut auf dem Gehweg. "Gibt es bei der Post noch mehr so Trottel wie Sie?", fragt der Polizist spöttelnd.
"Nein, ich bin der letzte," knurrt der Briefträger. "Die anderen sind inzwischen alle bei der Polizei!"

An der Grenze, ein Mann fährt mit dem Fahrrad vor, auf dem Gepäckträger einen Sack.
Zöllner: "Haben Sie etwas zu verzollen?"
Mann: "Nein."
Zöllner: "Und was haben sie in dem Sack?"
Mann: "Sand."
Bei der Kontrolle stellt sich heraus: tatsächlich Sand.
Eine ganze Woche lang kommt jeden Tag der Mann mit dem Fahrrad und dem Sack auf dem Gepäckträger. Am achten Tag wirds dem Zöllner doch verdächtig:
Zöllner: "Was haben sie in dem Sack?"
Mann: "Nur Sand."
Zöllner: "Hmm, mal sehen..."
Der Sand wird diesmal gesiebt - Ergebnis: nur Sand.
Der Mann kommt weiterhin jeden Tag zur Grenze. Zwei Wochen später wird es dem Grenzer zu bunt und er schickt den Sand ins Labor - Ergebnis: nur Sand. Nach einem weiteren Monat der "Sandtransporte" hält es der Zöllner nicht mehr aus und fragt den Mann:
"Also, ich gebe es Ihnen schriftlich, dass ich nichts verrate, aber sie schmuggeln doch etwas. Sagen sie mir bitte, was!"
Der Mann: "Fahrräder..."


Fahrrad-Sprüche

“Radfahren ist Meditation in Bewegung.”
(Bert van Radau, deutscher Psychologe und Autor)

“Fahrradfahren ist für mich wie ein kleiner Urlaub.”
(Wigald Boning, deutscher Komiker und Moderator, *1967)

“Wenn du niedergeschlagen bist, wenn dir die Tage immer dunkler vorkommen, wenn dir die Arbeit nur noch monoton erscheint, wenn es dir fast sinnlos erscheint, überhaupt noch zu hoffen, dann setz dich einfach aufs Fahrrad, um die Straße herunterzujagen, ohne Gedanken an irgendetwas außer deinem wilden Ritt.”
(Arthur Conan Doyle, britischer Schriftsteller, 1859 – 1930)

“Mir ist es eingefallen, während ich Fahrrad fuhr.”
(Albert Einstein über die Relativitätstheorie, deutsch-schweizerischer Physiker und Nobelpreisträger, 1879 – 1955)

“Ich nannte das Fahrrad meinen einzigen Freund. Wenn es möglich gewesen wäre, hätte ich vermutlich mit ihm geschlafen.”
(Henry Miller, US-amerikanischer Schriftsteller, 1891 – 1980)

“Beim Radfahren lernt man ein Land am besten kennen, weil man dessen Hügel empor schwitzt und sie dann wieder hinuntersaust.”
(Ernest Hemingway, US-amerikanischen Schriftsteller, 1899 – 1961)

“Das Wetter muss schon scheußlich sein, wenn ich das Rad in der Garage lasse.”
(Gustav Kilian, deutscher Radrennfahrer und Radsporttrainer, 1907 – 2000)

“Nichts ist vergleichbar mit der einfachen Freude, Rad zu fahren.”
(John F. Kennedy, 35. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, 1917 – 1963)

“Fahrrad – umweltfreundliches Fahrzeug mit gesundheitsfördernder Mechanik.”
(Manfred Hinrich, deutscher Philosoph und Aphoristiker, *1926)

“Ich habe im Sattel mehr Probleme gelöst als in einem Konferenzraum. Viele Top-Manager bestätigen: Radfahren macht deinen Kopf frei.”
(Andy Rihs, Schweizer Unternehmer, *1942)

“Die Ehe ist eine wunderbare Erfindung, aber das ist ein Fahrradflickzeugkasten auch.”
(Billy Connolly, schottischer Komiker und Schauspieler, *1942)

“Noch ist nicht geklärt, wie das Fahrradfahren derart zur Mode werden konnte, denn es ist vernünftig, und es ist weder geil noch sexy noch erotisch.”
(Joseph von Westphalen, deutscher Schriftsteller, *1945)

“Fahrräder sind fast so gut wie Gitarren, um Frauen kennenzulernen.”
(Bob Weir, US-amerikanischer Sänger, Gitarrist und Gründungsmitglied von Grateful Dead, *1947)

“Zeigen Sie mir ein Problem dieser Welt und ich gebe Ihnen das Fahrrad als Teil der Lösung.”
(Mike Sinyard, US-amerikanischer Fahrradbauer, * 1950)

“Radfahren ist eine lifetime Sportart, die mit großem Spaß nicht nur die Ausdauer schult, sondern auch viel dazu beiträgt, dass Menschen miteinander aktiv sind und wir gleichzeitig unserer Umwelt und Natur etwas Gutes tun.”
(Ingo Froböse, deutscher Sprinter, Universitätsprofessor und Autor, *1957)

“Frischluft? Freiheit! Fahrrad!”
(Isabel Trimborn, deutsche Schauspielerin und Komödiantin, *1959)

“Fahrräder mögen sich ändern, aber Radfahren ist zeitlos.”
(Zapata Espinoza, US-amerikanischer Journalist, *1960)

“Ich liebe Fahrradfahren, weil es meinen Kopf für neue Ideen frei macht.”
(Christina Bacher, deutsche Jugendbuchautorin und Journalistin, *1973)

“Eine Frau ohne Mann ist wie ein Fisch ohne Fahrrad.”
(Spruch der Frauenbewegung)

“Die Fußgänger schleppen sich mit einer unverständlichen Langsamkeit und Trübsal dahin. Ein Tritt auf die Kurbel, und sie sind überholt, sie sind schon fern, schon klein. Es ist eine Poesie in der Hast.”
(Theodor Herzl, österreichisch-ungarischer Schriftsteller und Begründer des modernen politischen Zionismus, 1860 – 1904)

Der Strohhalm, mit dem ich mich an die Lebensfreude klammere, ist augenblicklich das Bicycle.”
(Arthur Schnitzler, österreichischer Schriftsteller, 1862 – 1931)

“Das Radfahren macht mir eine große Freude: Es ist wunderschön, ein bisl ermüdet und erhitzt sich irgendwo hinzusetzen und über die Sträucher, die Wiesen und Hügel hinzuschauen und abends ist es sogar wunderschön in den Straßen der Vorstädte zu fahren.”
(Hugo von Hofmannsthal, österreichischer Dichter, 1874 – 1929)

Dienstag, 4. August 2015

Vom Bostalsee zu Karl May

Samstag, 01 August 2015:
Heute steht eine gemeinsame Rennrad-Tour auf dem Programm.
Es ist uns tolles Wetter beschert und so radeln wir gemütlich vorbei am Eschelbacher Hof nach Mettweiler und weiter über Fohren-Linden, Heimbach, Hoppstädten, Neubrücke, Ellweiler, Brücken, Achtelsbach, Eisen, Sötern, Eckelhausen und Bosen zum Seehafen am Bostalsee.
An einem schattigen Platz unter dem Sonnenschirm genehmigen wir uns ein kaltes, alkoholfreies Weizenbier.
Auf mein Drängen fahren wir noch eine Runde entgegen dem Uhrzeigersinn um den 120 Hektar großen See, der idyllisch eingebettet in der Mittelgebirgslandschaft des Naturparks Saar-Hunsrück liegt. Beim Anblick denke ich mir: „Wenn ich den See seh’, brauch’ ich kein Meer mehr!“
Wenn ich den See seh’, brauch’ ich kein Meer mehr!
Teilweise führt der 6,9 Kilometer lange Radweg über Waldboden, was mit dem Rennrad wenig sinnvoll ist, daher weichen wir in diesen Passagen auf den asphaltierten Fußgängerweg aus. Wir rollen vorsichtig und nehmen Rücksicht auf Fußgänger – immer nach dem Motto der Madagascar-Pinguine: „Schön lächeln und winken, Männer, lächeln und winken."
Überraschenderweise tummeln sich auf dem Gelände um den See weniger Leute, als ich befürchtet habe. Erstaunlich, was hier in den letzten Jahren verändert wurde. Die ehemals frei zugängliche Liegewiese an der Surferbasis wurde eingezäunt.
Der Center Parc bietet u.a. einen Abenteuerspielplatz, ein Bungee-Trampolin und einen Kletter- bzw. Hochseilgarten. Außerdem werden Laser-Battle sowie Segway-Touren als Zeitvertreib angeboten.
Besonders ins Auge sticht mir das Hinweisschild „Bogenschießen“. Bereits ab 8 Jahren können auch Kinder am Bogenschießen teilnehmen und sich beispielsweise mit den Eltern messen. So etwas stelle ich mir ganz schön schwierig vor. Viele treffen nicht mal geradeaus die Zielscheibe, und hier wird im Bogen geschossen… tzzzzz.
Retour fahren wir über Neunkirchen (Nahe), Gonnesweiler, Türkismühle, Nohfelden, Wolfersweiler und Eitzweiler nach Freisen. Der schnellste Weg würde ab hier über Reichweiler, Eckersweiler und Mettweiler zurückführen. Wir entscheiden uns allerdings für einen Umweg vorbei an Schwarzerden über Pfeffelbach nach Thallichtenberg. Die letzte Etappe besteht aus einem Anstieg zum Breitsester Hof, bevor der Endpunkt Baumholder erreicht ist.
Rund 85 km und 1.050 Höhenmeter haben wir überwunden.
Nach einer ausgiebigen Dusche bringen uns zwei Beilagensalate, eine Pizza Speciale und eine Pizza Loren verbrauchte Kalorien zurück.

Weitere Informationen, Fotos und GPS-Dateien unter



Die Zeit wird knapp. Noch schnell zu Hause Tasche auspacken und es geht schon weiter über Tiefenstein nach Mörschied, wo wir uns mit fünf Personen auf der Freilichtbühne verabredet haben. Seit 1990 werden hier bei den Karl-May-Festspielen diverse Stücke aufgeführt, dieses Jahr „Old Surehand“. Arnd Limpinsel schrieb das Drehbuch, führte Regie und verkörperte während der Proben und den insgesamt 13 Aufführungen die Figur des Old Wabble.
Die tolle Postkutsche

Zum Inhalt:
Trotz seiner Jugend ist sein Name im Westen in aller Munde: Leo Bender, der von allen nur Old Surehand genannt wird. Niemals verfehlt ein von ihm abgegebener Schuss sein Ziel.
Alleine durchstreift er die Weiten Nordamerikas auf der Suche nach seiner Familie: Seiner Mutter, seinem Onkel, seiner Tante und seinem Bruder.
Von seinem Vater weiß er, dass dieser irrtümlich wegen Falschmünzerei verurteil und im Gefängnis verstorben ist. Schuld daran war der Stiefbruder seines Vaters: Daniel Etters.
Eines Tages gerät Old Surehand in die Hände der Komantschen, die ihm am Marterpfahl ein grausames Ende setzen wollen. Doch es gelingt Old Shatterhand, den Komantschen ihren Gefangenen zu entreißen.
Die beiden Westläufer brechen auf in den Llano Estacado, wo sie auf Winnetou treffen. Fortan überschlagen sich die Ereignisse. Immer wieder kreuzt ein gewisser General Douglas ihren Weg, und dieser führt nichts Gutes im Schilde.
Doch mit Hilfe der beiden Blutsbrüder gelingt es Old Surehand schließlich, seine Familie zu finden. Am Devils-Head kommt es zur schicksalshaften Begegnung mit dem Mann, der für das Unglück der Familie Bender verantwortlich war: Daniel Etters…

Unsere Pyrotechniker Bruno und Marie sorgen für tolle Effekte
Gespannt verfolgen wir auf den Plätzen 24 bis 28 in der zweiten Reihe des Blocks F die schauspielerischen Leistungen, die - untermalt von tollen pyrotechnischen Effekten - auf der liebevoll gestalteten Bühne gezeigt werden. Man merkt, dass die Akteure mit viel Herzblut bei der Sache sind.
In Erinnerung bleiben wird uns sicher der Indianer auf dem gestohlenen Pferd mit eingeschalteter Alarmanlage (*Inside-Joke*).
Nach Ende der Aufführung haben die Pyrotechniker der Fa. Bravo Feuerwerke, Bruno Dolibois mit Tochter Marie Christin, ein Feuerwerk vorbereitet, das als krönender Abschluss bei der Premiere sowie der letzten Samstags-Vorstellung den Himmel um die Mörschieder Weidegründe in ein buntes Lichtermeer verwandelt.


2007 und 2008 war ich als Tontechniker hier tätig und weiß, was es bedeutet, solch eine Veranstaltung Jahr für Jahr auf die Beine zu stellen. Es sind nicht nur die Hauptdarsteller, die im Fokus stehen, die Vorstellung lebt auch von Nebendarstellern und Statisten.
Abschluss-Feuerwerk
Es muss Personen geben, die sich für das Bühnenbild und die Kostüme verantwortlich fühlen. Ohne Choreografen, technische Gesamtleitung und Menschen, die sich um den Internetauftritt sowie die Öffentlichkeitsarbeit kümmern, geht es nicht.
Eine gute Pyrotechnik sorgt für herrliche Effekte, denn nur mit gelegentlichen Explosionen fühlt man sich in den wilden Westen versetzt.
Tontechniker sind unerlässlich, die für das Mischpult, die Lautsprecher, Funkmikrofone und musikalische Untermalung zuständig sind.
Auch geht es nicht ohne das Personal an den Verkaufsständen und die Ordner, die mit Rat und Tat den Besuchern zur Seite stehen.
Wenn sich jeder der Beteiligten seiner Verantwortung bewusst ist, auch mal über die kleinen Fehler der anderen hinweg gesehen wird und ein Rad ins andere greift, kann so etwas gelingen.
Man darf bei all dem auch nicht vergessen, dass es sich um Laien-Darsteller handelt, die einen Großteil ihrer Freizeit für die Freilichtbühne opfern.

Weitere Informationen unter