Sonntag, 4. Dezember 2016

Seelen-Check

Wie geht es deiner Seele?
Eine komische Frage?
Stimmt, denn meistens fragen wir anders.
Zum Beispiel: Wie geht es deinen Rückenschmerzen?
Oder: Wie geht es deinen Kindern?
Oder: Wie geht‘s im Beruf?
Oder einfach der große Rundumschlag: Alles klar?

Aber nach der Seele wird so gut wie nie gefragt, dabei ist sie doch das Wichtigste.
Wobei dieses Wort „Seele“ gar nicht das Entscheidende ist.
Welches Wort man verwendet, ist nicht wichtig.
Wichtig ist stattdessen, was damit gemeint ist: Keine bloße Äußerlichkeit, Kein Körperteil und kein Organ, sondern etwas elementares, das irgendwie und irgendwo in uns steckt: Nicht greifbar, nicht messbar, unsichtbar für unsere Augen, aber mit dem Herzen klar zu erkennen; überhaupt nicht zu begreifen, aber deutlich zu spüren.
Die „Seele“ kann weh tun, auch wenn unser Gesicht lächelt.
Die “Seele“ kann schreien, auch wenn unser Mund schweigt.
Eine verletzte „Seele“ macht einen gesunden Menschen auf Dauer krank - und umgekehrt.
Eine starke „Seele“ kann einen kranken Menschen heilen, denn sie kann Hoffnung haben, obwohl die Aussichten schlecht sind.
Und manchmal weiß die „Seele“ mehr als tausend Argumente.

Also: Wie geht es euren Seelen?
Wenn kein anderer euch fragt, dann fragt euch doch einmal selbst nach euren Seelen.
Und kümmert euch auch ein bisschen um sie – und eben nicht nur um den Rücken, die Kinder, die Arbeit und das Bankkonto.
 

Tut etwas für eure Seelen. Was genau das sein könnte, muss jeder selber ausprobieren.
Das kann lesen sein, Musik hören, eine Wanderung, eine Radtour oder eine Jogging-Runde.
Das kann eine Mittagspause im Park sein, ein paar schöne Stunden mit Freunden, eine Umarmung oder ein langer Kuss.
Ihr werdet es schon selber merken, wenn eure Seele aufatmet.