Freitag, 21. April 2017

Musik, die bewegt – Teil 12

Du kannst Musik nicht berühren, aber sie dich

I never meant to cause you any sorrow
I never meant to cause you any pain
I only wanted to one time to see you laughing
I only wanted to see you
Laughing in the purple rain


Niemand konnte sich im Jahr 1984 dieser Monsterballade und dem Sex-Appeal ihres Interpreten entziehen. Die mehr als acht Minuten von "Purple Rain" münden in ein grandioses Finale mit orgiastischem Gitarrensolo – und sie machten Prince zum internationalen Superstar auf Augenhöhe mit Michael Jackson.
Purple Rain ist nicht so heiß wie sein Sänger, aber mit ihm gelingt Prince der Aufstieg zum Superstar der 80er neben Madonna und Michael Jackson.
Sein androgyner Sex-Appeal wirkt bis heute – trotz 1,58 Meter.
Mit Purple Rain, das er mit seiner damaligen Begleitband The Revolution aufnahm, landet Prince 1984 seinen ersten Top-10-Hit in Deutschland.
In den USA hält sich das gleichnamige Album 24 Wochen auf Platz 1 und der Film Purple Rain räumt 1985 einen Oscar für die beste Musik ab.
Prince ist ein Multitalent, das Klavier, Schlagzeug und Gitarre autodidaktisch erlernt hat.
Doch vor allem als Sänger und Songschreiber beweist Prince außerordentliche Fähigkeiten.
Prince Rogers Nelson, wie er mit vollem Namen heißt, wird am 07. Juni 1958 in Minneapolis geboren, wo er bis zu seinem Tod wohnte.
Er hat sieben Geschwister und Halbgeschwister.
Als er 12 ist, trennen sich seine Eltern. Prince zieht zu seinem Vater und später zu einer Tante.
Schon mit 17 bekommt er die ersten Plattenverträge angeboten. Das beweist, wie groß man mit nur 1,58 Metern werden kann… und wie man die Gerüchteküche anheizt.
Seine Band ist mit Frauen besetzt – damals ein echtes Novum und Grund genug, die Vorlieben von Prince zu hinterfragen.
Zwar heiratet er zwei Mal, doch trotzdem bleibt seine wahre sexuelle Gesinnung bis heute ein Geheimnis.
Sein ehemaliger Presseagent Howard Bloom bezeichnet ihn in einem Interview als einen "Allesfresser", für den das Leben eine Speiseplatte ist.

Sprachlos waren viele. Auch Tipper Gore, damals Ehefrau von Senator Al Gore, hat genug von der unsittlichen Musik und gründet 1985 die Organisation "Parents Music Resource Center", kurz PMRC.

Ihr Ziel ist es, die Jugend mit deutlichen Warnhinweisen auf Tonträgern zu schützen. Der Grund ist ihre 11-jährige Tochter, die in dem Film Purple Rain den Song "Darling Nikki" hören muss.
Das Lied beschreibt die Selbstbefriedigung eines jungen Mädchens.
Mit ihrem Gremium erstellt Tipper Gore eine Liste von 15 anzüglichen Songs, "The Filthy Fifteen" genannt.
Neben Darling Nikki trifft es z.B. auch Judas Priest mit Eat Me Alive, Mötley Crüe mit Bastard und Def Leppard mit High 'n' Dry.
Ebenfalls auf der Liste finden sich Madonna (Dress You up), Cindy Lauper (She Bop), AC/CD (Let Me Put My Love Into You) und Black Sabbath (Trashed).
Die Musikindustrie beugt sich dem politischen Druck und verpflichtet sich, die expliziten Texte mit der Warnung zu versehen. Prince war der erste Künstler, bei dem auf dem Plattencover dieser berühmte Sticker "Parental Advisory – Explicit Lyrics" zu finden war.
Für die Jugend kommt dieser Aufkleber einer Kaufempfehlung gleich. Er wurde zu einem Statussymbol.
Jeder Rapper wollte und musste ihn auf seinem Album haben, denn sonst war er uncool.
Es bleibt nicht bei Stickern. Immer häufiger fühlt sich der Popstar von seiner Plattenfirma gegängelt und reglementiert.
Als Zeichen des Widerstandes schreibt er sich "Slave" auf seine Wange und legt von 1993 bis 2000 seinen Künstlernamen ab.
Fortan nennt er sich "Symbol" oder "TAFKAP" (The Artist Formerly Known As Prince).
In einem Interview aus dem Jahr 1999 sagt Prince:
"Die Namensänderung und die damit verbundenen Vorteile haben mir geholfen, die Zeit zu besiegen."

Nicht nur mit seiner Musik bricht der Superstar Tabus. Auch durch seine Namensänderung setzt er ein deutliches Zeichen der Selbstbestimmung. Erst nach Vertragsende im Jahr 2000 nimmt er seinen alten Namen wieder an und kehrt zu unbeschwertem Soul-Funk zurück.
Prince wusste genau, wie es geht. Immer gegen alle Regeln.
Und gerade weil er gegen alle Regeln ging, war er jemand, mit dem man sich gerne identifizierte.
Er war ein Outlaw und hat großartige Songs geschrieben.
Was wären die 80er ohne sein berühmtes Rüschenhemd gewesen?
Es musste damals immer alles möglichst extravagant sein. Prince war ein Meister dieses Fachs und sicher auch einer der ersten, der es auf so eine Ebene gebracht hat.

Am 21. April 2016 wurde Prince in seinem Paisley Park Studio in einem Fahrstuhl von seiner persönlichen Assistentin Meron Bekure und seinem Mitarbeiter Kirk Johnson leblos aufgefunden. Einer Pressemitteilung zufolge blieb der Versuch einer Wiederbelebung durch den Rettungsdienst erfolglos und Prince wurde um 10:07 Uhr Ortszeit im Alter von 57 Jahren für tot erklärt.
Als Todesursache wurde eine Überdosis des starken Schmerzmittels Fetanyl festgestellt.

Prince und Purple Rain bleiben zeitlos sexy und werden heute noch rauf und runter gespielt.

Mittwoch, 12. April 2017

Zum Meer

Ich mag das Meer, denn es fasziniert mich mit seiner Weite, Tiefe, Unbeständigkeit und Kraft.
Menschen leben von und mit ihm und fürchten doch seine zerstörerische Energie.
Eine schöne Welle wird am Ende zu einem Tsunami, der Todesopfer fordert und manch ein romantischer Bootsausflug wird zur gefährlichen Höllenfahrt, werden Richtung und Wetterlage falsch eingeschätzt.

Das Meer scheint unendlich - ein schillernder, vielseitiger Kosmos.
Auch wenn es von uns Menschen vermessen und kartographiert wurde, auch wenn wir längst Schiffe gebaut haben, die den schlimmsten Unwettern trotzen können – eine Seefahrt ist immer noch ein Abenteuer für mich.
Ich mag es, an der Reling zu stehen, mein Gesicht in den Wind zu halten und sehe gerne die Gischt bei starkem Wellengang.

Das Meer - ein Ort, an dem ich zu mir selbst finden kann, wenn mich Trauer, Verzweiflung oder Sorgen belasten. Vielleicht auch, weil ich mich von der Weite und Unendlichkeit tragen lassen kann und so in dieser Haltlosigkeit Halt finde.
Rückzug an einem Ort, an dem ich für mich bin. Unerreichbar für alle und alles... es kann und soll mir jetzt egal sein.
Ich bin nur für mich - und bei mir.
Dabei entdecke ich oft die Sehnsucht nach Abstand in mir. Warum nicht mal eine Pause einlegen, eine Unterbrechung herbeiführen, egal in welcher Art?
Wenn schon die Sehnsucht nach der einsamen Insel ein unerfüllbarer Traum ist, der auch nicht wirklich erstrebenswert ist, so habe ich doch kleinere realisierbare Möglichkeiten.
Sie stehen mir immer offen, wenn mir alles zu viel wird.
Es zieht mich dann aber auch wieder zurück, zurück zu den Menschen, Gott sei Dank!

Herbert Grönemeyer vermittelt mir dieses Gefühl in einer Liedzeile:
dreh dich um
dreh dich um
dreh dein Kreuz in den Sturm
geh gelöst, versöhnt, bestärkt,
selbstbefreit den Weg zum Meer.


"Dreh dich um" singt Grönemeyer. Das könnte heißen: Schau auf das, was hinter dir liegt.

"Dreh dich um": Schau nicht länger auf das Bittere im Leben. Lass das Schwere dort liegen - und dann kappe die Leinen, lasse los.

"Dreh dich um" kann dann heißen: Jetzt schau endlich nach vorn! Sieh in eine neue Richtung! Traue deiner Zukunft!
Das braucht Kraft und Mut, vor allem bei Gegenwind.

Und deshalb singt Grönemeyer: "Dreh dein Kreuz in den Sturm" - das verstehe ich so: Nutze die gegebenen Möglichkeiten, die eigenen Begabungen, eine stützende Familie, Freunde, Gemeinschaft.

"Dreh dein Kreuz in den Sturm" heißt auch: Nimm deinen Glauben ernst und die Kraft, die darin liegt.
Nutze alles, was Schwung gibt und weitertreibt, was trägt und dir hilft, nach vorne zu kommen.
Dazu gehören auch die bitteren Erfahrungen, Enttäuschungen und Schwierigkeiten, aus denen wir lernen.

"Dreh dein Kreuz in den Sturm" - damit wir mit großer Kraft vorankommen: Zu unserem eigenen Leben.

Montag, 20. März 2017

Frühlingsanfang

Der Frühlingsanfang kann entweder astronomisch, meteorologisch oder phänologisch (nach dem Entwicklungsstand der Pflanzen) bestimmt werden.

Für die Astronomen ist klar: In diesem Jahr kommt der Frühling auf der Nordhalbkugel heute, am 20. März.
Um 11:29 Uhr Mitteleuropäischer Zeit haben wir die Tag- und Nachtgleiche, bei der Nord- und Südhalbkugel ihre Unterschiede ausgleichen.
Somit sind Tag und Nacht exakt gleich lang, unabhängig davon, wo man sich auf der Erde aufhält.

Der meteorologische Frühling startet auf der Nordhalbkugel am 01. März und endet am 21. Mai.

Der in der Natur beobachtete Frühling beginnt dagegen zu unterschiedlichen Zeiten und richtet sich auch nach dem Wetter.
Frühling ist, wenn die Zugvögel zurückkehren und die Mandel- oder Apfelbäume zu blühen beginnen.

Sonntag, 19. März 2017

Katze gefunden?

Wildkatze – Logo-Tier des Nationalparks Hunsrück-Hochwald

Die europäische Wildkatze hat einen ihrer Kernlebensräume bei uns im Hunsrück.
Zwar breitet sie sich zurzeit in Deutschland weiter aus, ist aber immer noch stark gefährdet.
Etwa 5.000 bis 7.000 Tiere leben in Deutschland.

Zwischen März und September kommen wieder junge Wildkatzen zur Welt. Die meisten Würfe gibt es im April.

Wie erkennt man Wildkatzen?
Vom Erscheinungsbild ist die Europäische Wildkatze massiger und kraftvoller als die Hauskatze.
Sie zeichnet sich vor allem durch den buschigen, relativ kurzen Schwanz aus, der in einer breiten, stumpfen Rundung endet.
Am Schwanzende finden sich häufig drei schwarze "Kringel".


Das Wildfreigehege Wildenburg weist auf richtiges Verhalten hin, wenn man Katzen im Wald findet.

Katze gefunden?

"Wir haben geglaubt, es habe jemand die armen Kätzchen böswillig ausgesetzt"
"Die Mutter hat die hilflosen Tiere verlassen - bestimmt ist sie tot"


So oder so ähnlich fangen die meisten Geschichten unserer Findelkatzen an.
Die armen ach so süßen Katzenbabys mit ihren blauen Augen, die beim Waldbesuch entdeckt werden, erwecken das Helfersyndrom.
Schnell werden die kleinen Kätzchen mit nach Hause genommen. Liebevoll wird Katzenfutter besorgt und die kleinen Kätzchen gefüttert.
Die Kätzchen bekommen Durchfall und landen im Tierheim, bei Tierärzten oder Menschen, die sich um verwilderte Katzen kümmern.
Die Kätzchen fauchen, spucken, schlagen mit den Pfoten und knurren drohend.
Nun kommt der Verdacht auf, es könnte sich um Wildkatzen handeln. Nachdem einige Tage vergangen sind, wird das Wildkatzenzentrum informiert.
Leider ist es zu spät um die Tiere an den Fundort zur Mutter zurückzubringen.
Sie hat die Suche aufgegeben.

Nun schnell die Waisenkinder in Quarantäne bei unserer Tierärztin Frau Dr. Saxler unterbringen.
Die Ernährung wird umgestellt. Der Durchfall ist weg. Es folgen Untersuchungen, Impfungen und die Kleinen werden geschippt.
Es werden Proben entnommen um per Gentest festzustellen, ob es sich um echte Wildkatzen handelt.
Danach kommen sie in die Auffangstation ins Wildfreigehege. Nach der zweiten Impfung geht es in die Auswilderungsgehege.
Nach mehreren Monaten, wenn sie alt genug sind und selbständig Beute greifen können, erfolgt die Auswilderung.

Hätten sich die Waldbesucher richtig verhalten, wäre den Kätzchen unnötiger Streß und Gefangenschaft erspart geblieben. Sie hätten viel von ihrer Mutter für das Überleben in der Wildnis lernen können.
Das Team des Wildkatzenzentrums hätte viel Arbeit gespart. Außerdem sind je Tier zwischen 3.000 und 5.000 Euro an Kosten entstanden.

Katzenbabys im Wald gefunden - Wie verhalte ich mich richtig?
Bei getigerten Kätzchen im Wald besteht immer der Verdacht auf Wildkatzen!

  • Hände weg!
  • Kätzchen nicht anfassen!
  • Den Fundort merken und sich entfernen! Die Katzenmutter ist auf Beutezug um Nahrung zu besorgen oder hat sich vor Ihnen versteckt. Sie kommt zurück und kümmert sich um ihren Nachwuchs.
  • Jäger, Förster oder Naturschutzbehörde informieren! Diese Personen können aus sicherer Entfernung beobachten, ob die Tiere wirklich verwaist sind.

Bei der Wildkatze handelt es sich um eine streng geschützte Art. Es ist strafbar sich die Tiere anzueignen.
Das Wildkatzenzentrum mit seiner Auffang- und Auswilderungsstation ist für echte Notfälle da.
Etwa, wenn das Muttertier überfahren wurde oder bei Holzrücke-Arbeiten zu Tode kam sowie für verletzte Tiere.

Bitte beachten Sie diese Hinweise. Die Wildkatzen sind wild und wollen es auch bleiben.

"Das habe ich ja alles gar nicht gewusst!"

Nun, jetzt sind Sie informiert. Sie können uns helfen!
Geben Sie Ihr Wissen weiter, besonders an Wandervereine, Naturschutzvereine, Tierschutzorganisationen und Katzenhilfen. Diese können gerne durch einen Link oder Newsletter auf unsere Homepage verweisen.
Die Texte dürfen gerne für Presseartikel (mit Quellenangabe) übernommen werden.

Helfen Sie mit, dass mehr Menschen informiert sind!
Die Wildkatzen danken es Ihnen!


Mehr Informationen unter http://www.wildfreigehege-wildenburg.de

Mittwoch, 15. März 2017

Glück mit Nebenwirkungen

Gedanken während der Bahnfahrt von Düsseldorf nach Idar-Oberstein

Es hat immer auch etwas mit einer Entscheidung zu tun

Das Glück ist so individuell wie wir selbst.
Oft liegt es im Kleinen verborgen.
Das wichtigste ist, eine Balance zu schaffen zwischen Runterfahren und Gasgeben.
Stress gehört dazu, der ist nicht per se schlecht.
Man muss nur eine Ruhe-Insel als Gegenpol finden.
Manchmal reicht es, die Regentropfen am Zugfenster zu beobachten.
Das kann sehr beruhigend und meditativ sein.
Kommen Sie mit Ihrem Sitznachbarn ins Gespräch, verteilen Sie Komplimente.
Vor allem an grauen Tagen - meteorologisch wie emotional - ist das wichtig.
Freude kommt immer zu einem zurück.
Ich nenne das "Glück mit Nebenwirkungen".

Mittwoch, 22. Februar 2017

Als der Krieg nach Idar-Oberstein kam

Mittwoch, 22. Februar 2017:
Heute vor 72 Jahren, am 22. Februar 1945, es war ein Donnerstag, wurde ein Luftangriff auf den Idar-Obersteiner Stadtteil Idar geflogen, der 32 Menschen das Leben kostete, darunter auch Kinder.
An diesem Tag, es war herrliches Wetter, kamen amerikanische Jagdbomber im Tiefflug über Algenrodt.
Ziel des Angriffes war die Marktschule. Wahrscheinlich, weil dort ein Munitionslager vermutet wurde.
Andere Stimmen behaupten, das rote Backsteingebäude sei mit einer Kaserne verwechselt worden.
Warum einige Bomben zu spät ausgeklinkt wurden, bleibt wohl unklar. Möglicherweise, weil das im Tal liegende Zielgebäude von den Piloten der Fliegerstaffel zu spät erkannt wurde.
So kam es, dass 17 Häuser in der Kobach-, Schachen-, Kies- und Goethestraße völlig zerstört wurden, wie einem Bericht der Nahe-Zeitung zu entnehmen ist.
Das Haus in der Goethestraße 38, in dem meine Großeltern wohnten und in dem mein Großvater eine Schreinerei eingerichtet hatte, wurde nur knapp von einer der rund 70 Bomben, die insgesamt auf den Stadtteil gefallen sein müssen, verfehlt und schlug im darüber liegenden Wohnhaus in der Kiesstraße ein.


Zum Vergrößern anklicken:
Stummer Zeitzeuge: Spuren des Zweiten Weltkrieges.
Geschoss-Einschlag an der Nahebrücke
zwischen Idar-Oberstein und Kirn-Sulzbach
In Oberstein wurden in den folgenden Tagen der Bahnhof, die Hohlschule (die sich in der späteren Hohlkaserne befand), einige Häuser in der Hasbach, die Hindenburgbrücke am Bahnhof (heute Wilhelm-Leuschner-Brücke) sowie das Eisenbahnviadukt am "Gefallenen Felsen" bombardiert.

Bereits bei den ersten beiden Angriffen auf Idar am 11.10.1944 und 23.01.1945 gab es Tote zu beklagen.
Insgesamt blieb Idar-Oberstein weitgehend von Bombenangriffen verschont, obwohl gerade in Oberstein kriegsrelevante Industrie angesiedelt war.

Nach dem Bericht der Nahe-Zeitung vom 22.02.2015 sah der damalige Bürgermeister Ludwig Bergér dafür drei Hauptursachen: Zunächst einmal machte die topografische Situation Angriffe schwierig, zudem hätten sich die Amerikaner schon frühzeitig Klotzberg- und Straßburgkaserne als künftige Unterkunft ausgesucht, und zum dritten habe er darauf geachtet, dass sich Idar-Oberstein nach außen immer nur als Schmuck- und Edelsteinstadt präsentierte und nicht als Hersteller von Rüstungsgütern.

Dienstag, 14. Februar 2017

Zum Valentinstag - Ich liebe dich!

Dienstag, 14. Februar 2017:

"Also kann ich annehmen, Madame, dass ich anfing zu sterben, als ich begann, Sie zu lieben.“

Klingt schon ein bisschen schwülstig, was Cyrano de Bergerac da im 17. Jahrhundert seiner Angebeteten schreibt.
Und doch hat so ein Liebesbrief auch in unserem modernen Zeitalter etwas unendlich Romantisches.
 

In meiner Jugend waren die Liebesbriefe weniger romantisch. Meistens waren es kleine Ankreuz-Zettelchen, die uns unser Objekt der Begierde in der Schule zusteckte und die oft nicht mehr enthielten als den Satz „Willst du mit mir gehen?
“Ja – Nein – Vielleicht“.
 

Auch heute gibt es noch Liebesbriefe. Meist kommen sie nicht mehr auf Papier daher, sondern werden per WhatsApp oder SMS geschickt.
Und kürzer sind sie auch noch geworden.
"HDGDL - Hab Dich Ganz Doll Lieb" oder „DAD“ für „Denk An Dich“.
 

Maximal fünf Buchstaben braucht man also heute, um seiner oder seinem Liebsten die Liebe zu gestehen.

Liebesbriefe, egal aus welcher Zeit, haben aber auch etwas gemeinsam. Sie sind alle, gleich welche Form, ein Angebot, das der Empfänger annehmen, aber auch ablehnen kann. 

Auch Gott macht ein Liebesangebot und ich bin frei, zu wählen, ob ich es annehme oder nicht.

Zum Valentinstag: Liebesbriefe von Gott

Wenn heute weltweit Menschen den Valentinstag als "Tag der Liebenden" zelebrieren, machen Christen in Wien auf eine besondere Liebe aufmerksam.

"Liebesbriefe von Gott" werden von 400 Mitarbeitern der Erzdiözese Wien verteilt. Darin heißt es:

Es ist meine Freude, dass es dich gibt. Denn ich habe dich gewollt. Du bist unendlich wertvoll in meinen Augen. Denn ich liebe dich! Wenn du schwach bist, bin ich deine Kraft. Wenn dein Herz gebrochen ist, bin ich dir nahe. Wenn du scheiterst, trage ich dich. Ich wende mich nicht ab von dir, selbst wenn du Schuld auf dich geladen hast - dann komm! Geh deiner Sehnsucht nach: Dein Leben ist so viel mehr. Ich will dir ein Leben in Fülle geben. Lass uns wieder einmal miteinander reden. 

Wunderschön zu lesen. Man kann es gut auf sich selbst und seine eigenen Beziehungen reflektieren.

Jeder von uns kann überlegen, ob er sich der schwierigen Aufgabe stellt, diese Formulierung als Leitsatz für sein Leben zu übernehmen, als Richtschnur zum Umgang mit seinem Partner, seiner Partnerin, Familienmitgliedern, Freunden, Kollegen und anderen Menschen um einen herum.

Freitag, 3. Februar 2017

Alles für die Füße

Freitag, 03. Februar 2017:
Alles für die Füße

Mal ehrlich, habt ihr euch schon mal Gedanken darüber gemacht, was unsere Füße jeden Tag so leisten?
Unsere Füße lassen uns selten im Stich, egal, ob wir gehen, laufen, tanzen oder springen.
In ihnen befinden sich mehr Sinneszellen als in unserem Gesicht.
Fast 30 Knochen, beinahe 60 Muskeln, mehr als 100 Bänder und über 200 Sehnen machen unsere Füße zu einem komplexen und ausgeklügelten Meisterwerk.

Versucht mal, eure Zehen einzeln zu bewegen – nach oben, nach unten… mit dem großen Zeh bekommt ihr es vielleicht noch hin, aber klappt es auch mit den anderen?
Bei mir nicht und ich wette mal, bei den meisten von euch auch nicht. Wir kümmern uns auch einfach zu wenig um unsere Füße.

"Zeigt her eure Füße!"
Jeder von euch kennt sicher noch das alte Kinderlied!?

Jeder Fuß hat eine Geschichte.
"Unsere Füße sind ein Spiegel unseres Körpers", das sagen zumindest Menschen, die sich mit Fußreflexzonen gut auskennen.
Drückt man z.B. am linken Mittelfuß, wird das Herz besser durchblutet, massiert man am großen Zeh, merkt das die Hypophyse, denn unsere Nervenbahnen enden in den Sohlen und sind mit Organen und Knochenapparat verbunden.
Wissenschaftler allerdings zweifeln an der Wirkung, aber doch hilft es vielen, wenn ein Therapeut am Fuß Hand anlegt.

Dabei kann man sehr viel selber tun.
Sei es ein Fußbad, eine Fußmassage, den Fuß über einen Igelball rollen und natürlich barfuß gehen. Nicht auf Betonboden, sondern auf unebenem, weichen Gelände oder steinigem Boden.

Rund 10.000 Schritte sollten wir am Tag gehen. Das ist eine ganze Menge.
Diese Schritte muten wir unseren Füßen zu und das oft ohne gutes "Schuhwerk", wie man so schön sagt.
Die Schwierigkeit ist, dass sich die Füße sehr weit vom Kopf entfernt befinden und wir sie gar nicht so beachten. Vielen ist nicht bewusst, dass sie im Alltag eins unserer wichtigsten Trageorgane sind, die nämlich den ganzen Tag unser gesamtes Gewicht auf 10 bis 20 Quadratzentimeter ausbalancieren.

Unsere Füße sind wirklich beeindruckende Meisterwerke und ihre Funktion ist mit nichts vergleichbar. Sie balancieren unseren Körper auf dieser kleinen Fläche und dabei ist ihre Wahrnehmung immer gleich – egal ob bei Tag oder Nacht, egal in welchem Gelände.
Dazu trägt sicher auch bei, dass sie über mehr Sinneszellen verfügen als unser Gesicht. Sie sind nicht so gut damit versorgt wie unsere Finger und Hände, allerdings ist bei keinem unserer Organe die räumliche Wahrnehmung so ausgeprägt wie an unseren Füßen.
Füße mit Fehlstellung können negative Auswirkungen auf die Beinachse und somit auf benachbarte Gelenke, wie Knie, Hüfte, Wirbelsäule, haben.

Werdet euch dessen bewusst und schenkt euren Füßen mehr Aufmerksamkeit – sie sind es wert!

Donnerstag, 19. Januar 2017

Die Welt, in der wir leben

Donnerstag, 19. Januar 2017:
Die Welt, in der wir leben!

Sachsen erteilt Genehmigung für den Abschuss von „Problemwolf Pumpak“.
Es ist das erste Mal, dass in Sachsen ein „Problemwolf" „entnommen“ werden soll.

Es gab Zeiten, da war der Wolf das am weitesten verbreitete Raubtier der Erde, doch die sind lange vorbei.
Seit Wölfe als Feind des Menschen galten, weil sie dessen Nutzvieh rissen und in Fabeln und Märchen als Inkarnation des Bösen herhalten mussten, wurde der Canis lupus bejagt.
In Deutschland galten die wilden Tiere seit Mitte des 19. Jahrhunderts faktisch als ausgerottet.

Ein Wolf in Deutschland, in freier Wildbahn, das geht nicht.
Das ist eine Gefahr für die Allgemeinheit. Das passt nicht ins System eines dicht besiedelten westlichen Industriestaates.
Ich will jetzt kein Mitleid für den armen Wolf wecken oder auf die Tränendrüse drücken. Ich kann einsehen, dass ein Wolf mitten in Sachsen zum Problem wird.
Aber die Frage, warum das so ist, beschäftigt mich doch. Erdgeschichtlich gesehen war der Mensch, soweit ich das weiß, einer der letzten, der auf der Erde als Wesen eine Rolle spielt.
Bis der Mensch wirklich seinen Platz eingenommen hatte, sind einige Millionen Jahre vergangen. Aber dann hat er Ernst gemacht. Er hat sich die Erde unterworfen. Er hat sie benutzt. Besser gesagt, wir benutzen sie, wir unterwerfen sie uns jeden Tag.
Und wir sind offensichtlich soweit gekommen, dass für einen freilebenden Wolf in Mitteleuropa einfach kein Platz mehr ist.
Kein Tier, das uns irgendwie gefährlich werden könnte, hat eine Chance. Für mich stellt sich die Frage, was denn von der Vielfalt des Lebens dieser Erde bleibt, wenn wir Menschen uns weiter mit dem gleichen Tempo ausdehnen.
Wenn wir die Natur und alle ihre Zusammenhänge nur noch nach unseren Erfordernissen und Regeln gestalten?

Die Vielfalt des Lebens existiert nicht ohne Grund in dieser Welt. Sie ist so geschaffen, dass alles seinen Sinn hat.
Dass es immer einen Ausgleich gibt, zwischen Jägern und Gejagten, zwischen fressen und gefressen werden.
Nur da, wo der Mensch auftaucht, wird das System auf den Kopf gestellt. Wir sind mit der Fähigkeit ausgestattet, die Welt zu gestalten und alle anderen Lebewesen mehr oder minder zu beherrschen.
Wir haben einen Vorsprung, der es uns ermöglicht, nur nach unseren Regeln zu handeln.
Diese Fähigkeiten, die wir haben, stellen uns alle auch in eine Verantwortung. In die Verantwortung, genau hinzuschauen, wie wir es tun. Und wie es gelingen kann, die gewollte Vielfalt des Lebens zu erhalten.
Für den Wolf hätte ich auch keine schnelle Antwort. Würde er tatsächlich einen Menschen, vielleicht sogar ein Kind anfallen, möchte ich nicht die Verantwortung dafür tragen wollen.
Aber ein Nachdenken darüber, was wir mit unserer Welt tun und wie wir es tun, sind wir dem Wolf vielleicht doch schuldig.

Dienstag, 10. Januar 2017

Gute Vorsätze für das neue Jahr

Dienstag, 10. Januar 2017:
Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert


Nie mehr werde ich rauchen.
Nie mehr.
Nie mehr werde ich Alkohol trinken und Fast Food essen.
Und immer lieb sein.


Was ist noch übrig von den guten Vorsätzen zum Neuen Jahr?
Immerhin läuft es schon bald zwei Wochen.
Da ist wohl so manch guter Vorsatz gleich mit den Bach runter gegangen.
Sind wir ehrlich und fragen uns, ob der gute Vorsatz überhaupt eine Chance hatte.
Oder war es nur ein Satz, der viel vorgibt, aber letztlich unerreichbar ist?

„Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.“
Dieses Sprichwort vermittelt uns die Lebenserfahrung einiger Generationen.
Und die lehrt: Gute Vorsätze nützen nichts, im Gegenteil:
Manch einer landet im Unglück, obwohl - oder gerade weil - er viele gute Vorsätze gefasst hatte.
Sie sind kontraproduktiv und führen zu weiterem Frust.

Im neuen Jahr soll sich immer einiges ändern.
Weil ein Jahreswechsel jedes Mal eine gute Gelegenheit bietet, eine „Betriebsprüfung der Seele“ durchzuführen. (http://timorisch.blogspot.de/2016/12/seelen-check.html)

Dafür gibt es zwei Tipps für gute Vorsätze, die auch gelingen können:

1. Nehmen Sie sich etwas Positives vor.

Es bringt nicht viel, zu sagen, was Sie alles nicht mehr machen wollen.
Kehren Sie es um und suchen sich etwas aus, das Sie machen wollen.
Statt: Ich will nie mehr mit meinem Partner streiten – lieber: Ich unternehme was Schönes mit ihm.
Darauf können Sie sich dann freuen und der Streit bleibt von selbst aus.

2. Legen Sie die Latte nicht zu hoch.
Wer kann schon sagen, dass er NIE wieder rauchen oder Alkohol trinken wird?
Setzen Sie sich erreichbare Ziele: Heute mal nicht rauchen, dafür einen Waldlauf.
Heute mal auf Süßigkeiten oder Alkohol verzichten.
Wenn es dann heute geklappt hat, ist das doch ein Grund, es morgen wieder zu versuchen. Das motiviert.

Zwei Tipps gegen die Frustration, schon wieder den guten Vorsatz gebrochen zu haben.
Ob es damit gelingt?
Ausprobieren müssen Sie es selbst.

Sonntag, 8. Januar 2017

Rund um den Zauberwald

Samstag, 07. Januar 2016:
Die zum Saar-Hunsrück-Steig gehörende Traumschleife „Rund um den Zauberwald“ verlängert den Naturerlebnisweg Zauberwald von vier auf zehn Kilometer.
Obwohl ich mich in dieser Gegend gut auskenne und oft hier mit dem Mountainbike unterwegs bin, steht es noch aus, den Weg komplett zu wandern.
Das soll sich heute ändern.
Vom Parkplatz der Quellanlage des Sauerbrunnens geht es im Uhrzeigersinn gleich bergauf in den angrenzenden Naturerlebnisweg "Zauberwald". Schon nach 500 Metern befinde ich mich unterhalb des Hambacher Felsens, der sich auf der linken Seite erhebt.
Nach weiteren 500 Metern stehe ich auf seinem Gipfel.
Der Hambacher Fels besteht aus Quarzit, wie auch der überwiegende Teil des Hunsrücker Gebirgszuges.
Nach einem weiteren Kilometer zeigt sich das nächste Highlight, der 2006 fertiggestellte Aussichtsturm. 110 Stufen sind es bis zur Plattform in 21 Metern Höhe.
Belohnt wird man mit einer schönen Aussicht – nicht ganz so gut wie vom Wildenburgturm bei Kempfeld, aber durchaus ein Erlebnis.


Hier, am ehemaligen Sportplatz, der sich als alternativer Startpunkt der Wanderung anbietet, kann man in der Rothenburghütte, dem ehemaligen Clubheim des Sportvereins, in schöner Atmosphäre einkehren.
Sei es nur ein Getränk zur Erfrischung oder ein kleiner Imbiss, "Hans von der Hütte" ist auf jeden Fall einen Besuch wert.
Weiter führt der Weg – vorbei am Verein für Schutz- und Gebrauchshunde Hattgenstein e.V. - zunächst bergab bis zum Schwollbach. Dieser wird gequert, anschließend folgt der Anstieg zum Aussichtspunkt "Weißenstein".
Es ist wunderbar still um mich herum, nur das Knirschen des Schnees unter meinen Füßen ist zu hören und manchmal knistern trockene Blätter, wenn Graupel auf sie fällt.

Die Stille stellt keine Fragen, aber sie kann auf vieles eine Antwort geben.


Nach wenigen hundert Metern erreiche ich wieder das Schwollbachtal und quere erneut den Bach gleich hinter den Sprudelbetrieben Schwollens. Im Sommer bietet sich ein Abstecher ins nahe gelegene Schwollener Freibad an - klein aber fein und eine schöne Pausenstation auf halber Strecke. Der Weg führt leicht bergauf vorbei an der Jugendfreizeitstätte nach Hattgenstein.
Hier wundere ich mich über die Streckenführung am Ortseingang. Versucht man bei Traumschleifen asphaltierte Abschnitte möglichst zu vermeiden, ist es hier erforderlich, um zur nächsten Sehenswürdigkeit zu kommen.


Das Glockenhaus wurde 1762 erbaut und ist das Wahrzeichen Hattgensteins. Es hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Zunächst als Wohnhaus des Gemeindedieners erbaut, wurde es zusätzlich auch als Schulhaus genutzt. Im Ersten Weltkrieg wurden Kriegsgefangene aus Russland im Glockenhaus untergebracht. Im Zweiten Weltkrieg hielten sich die nächtlichen Luftschutzwachen darin auf. Von 1950 bis 1975 diente es wiederum als Wohnhaus für zwei Flüchtlingsfamilien. Seit dem Anbau des Treppenturmes im Jahr 1975 wird das Glockenhaus als kleine Kirche genutzt. Die Glockenturm-Kirche ist eine der kleinsten Kirchen Deutschlands. Bemerkenswert ist, dass bereits die vierte Glocke im Turm hängt. Die erste zersprang angeblich während eines 12-stündigen, angeordneten Trauergeläuts anlässlich des Todes des Kaisers Wilhelm III im Jahr 1888. Die zweite und dritte wurden in den beiden Weltkriegen eingeschmolzen. Seit 1951 hängt die heutige Glocke mit folgender Inschrift:
Von Bergeshöh'n ins Land hinein klingt klar und weit die Stimme mein. Ich rufe zur Arbeit und mahne zur Ruh im Wechsel des Lebens immerzu. Ich künde der Menschen Freud' und Leid und leite sie zur Ewigkeit. Gotte gebe Frieden zum Geläut!

Besichtigungen des Glockenhauses sind übrigens möglich nach Absprache mit dem Ev. Pfarramt Leisel (Tel.: 06787/524).
Die letzte Passage wandere ich weiter bergab durch weite Wiesen nach Oberhambach und hinunter zum Ferienpark Hambachtal. Von hier ist es nicht mehr weit bis zum Sauerbrunnen, der das Ende der Tour markiert.



Die direkte Lage am Nationalpark Hunsrück-Hochwald, der verwunschene Hambacher Felsen, der Aussichtsturm sowie das Glockenhaus Hattgenstein und die Aussicht vom Weißenstein sind nur einige Höhepunkte dieses Premiumweges.
Für Kinder ein Erlebnis: Der direkt angrenzende Naturerlebnisweg "Zauberwald" mit seinem Waldmeister "Willy Wurzel".


Weitere Informationen, Fotos und GPS-Dateien unter:
http://www.gpsies.com/map.do?fileId=nyjcgofraxwcxdqm

Samstag, 7. Januar 2017

Sorgenfrei

Samstag, 07. Januar 2017:
Sorgenfrei
Rechtzeitig zum Neuen Jahr kommen Botschaften diverser Unternehmen per Post oder E-Mail: "Endlich sorgenfrei ins neue Jahr schauen!".
So oder so ähnlich lesen sich ihre Versprechen.
Das haben amerikanische Banken jahrelang ihren Kreditnehmern eingeredet und ihnen günstige Kredite nachgeworfen – mit dem bekannten Ergebnis, unter dem wir alle zu leiden haben.
Und es ist noch nicht ausgestanden.
Wenn jemand verspricht, mir mit Geld ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen, bei dem letztlich die Sorgen nur auf später verschoben werden, reagiere ich skeptisch.
Natürlich wünsche ich mir, wie alle, ein sorgenfreies Leben. Nur ist es nicht auf dem Markt zu finden, und schon gar nicht auf dem Kapitalmarkt.
Warum? Weil es eben nicht bezahlbar ist!
Sorge ist eine innere Einstellung, Sorgenfreiheit ebenso.
Es geht darum, ob ich dem Leben – und dem Neuen Jahr – mit Vertrauen begegne oder nicht.
Zu diesem Vertrauen muss ich mich entschließen, muss sozusagen hineinspringen.

Es gibt keine Garantie, dass uns das Leben jeden Tag gelingt.
Aber vielleicht haben die Vögel recht: Sie singen in einer Welt, die krank, lieblos und ungerecht ist (nach Andrea Schwarz) - denn eigentlich müssten sie stöhnen.
Ich will von ihnen lernen.

Donnerstag, 5. Januar 2017

Wenn die Liebe geht…

Donnerstag, 05. Januar 2017:

"Wenn die Liebe geht, was kommt dann?" heißt es in einem Lied von André Heller.

https://www.kirche-im-swr.de/?page=manuskripte&id=22855
 


Wenn sich eine Tür schließt,
klopfe ein paar Mal daran.
Aber wenn sie sich nicht mehr öffnet,
lass sie geschlossen!
In der Karriere, in der Liebe,
im Leben!
Wenn du einen Punkt am Ende
des Satzes siehst, versuche nicht,
ein Komma daraus zu machen.
Wisse, wenn etwas zu Ende ist
und ziehe weiter.


(Mandy Hale)

Sonntag, 1. Januar 2017

Wanderung zum Friedenskreuz bei Kirn-Sulzbach

Sonntag, 01. Januar 2017:
Unsere Neujahrswanderung führt heute zu einem besonderen Platz.

Von Fischbach folgen wir dem Weg links entlang der Nahe Richtung Kirn-Sulzbach bis zur Achatschleife "Edendell".

Sie wurde im Jahr 1850 zum ersten Mal in den Chroniken erwähnt und ist mit ihrer Doppelschleiftechnik nicht nur einmalig in ihrer Region, sondern weltweit noch die einzige funktionsfähige Achat-Doppel-Schleife.
Die Schleife "In Edendell" im Herzen der Natur bietet eine Vielzahl von Besonderheiten wie sie nur noch hier zu sehen sind und beeindruckt nicht nur auf technischer Ebene!
Die im Originalzustand befindliche und voll funktionsfähige Anlage verfügt über sechs große Buntsandsteinarbeitsplätze, Achatschneidemaschinen, Poliermaschinen, Schmirgelmaschinen, eine Trommelsteinmaschine und vieles, vieles mehr.


Beim Friedenskreuz auf dem Spitzfels bei Kirn-Sulzbach (Blick Richtung Idar-Oberstein)

Noch einmal Kräfte sammeln, denn auf der folgenden Passage geht es steil bergauf.
Nach 4,2 Kilometern stehen wir auf dem Spitzfels unterhalb des Friedenskreuzes, das dort seit dem 23.03.1959 hoch über dem Nahetal als Mahnmal des Friedens steht.
Wer sich traut, kann die rund 10 Meter zum Gipfel hochklettern und wird dafür mit einer traumhaften Aussicht belohnt - zur Sicherheit ist dieses Stück seilgesichert.

"Frieden und Gerechtigkeit sind zwei Seiten der gleichen Münze"
(Dwight D. Eisenhower)


Weitere Informationen, Fotos und GPS-Dateien unter:
http://www.gpsies.com/map.do?fileId=gnmdykfutqnlqscq