Mittwoch, 22. Februar 2017

Als der Krieg nach Idar-Oberstein kam

Mittwoch, 22. Februar 2017:
Heute vor 72 Jahren, am 22. Februar 1945, es war ein Donnerstag, wurde ein Luftangriff auf den Idar-Obersteiner Stadtteil Idar geflogen, der 32 Menschen das Leben kostete, darunter auch Kinder.
An diesem Tag, es war herrliches Wetter, kamen amerikanische Jagdbomber im Tiefflug über Algenrodt.
Ziel des Angriffes war die Marktschule. Wahrscheinlich, weil dort ein Munitionslager vermutet wurde.
Andere Stimmen behaupten, das rote Backsteingebäude sei mit einer Kaserne verwechselt worden.
Warum einige Bomben zu spät ausgeklinkt wurden, bleibt wohl unklar. Möglicherweise, weil das im Tal liegende Zielgebäude von den Piloten der Fliegerstaffel zu spät erkannt wurde.
So kam es, dass 17 Häuser in der Kobach-, Schachen-, Kies- und Goethestraße völlig zerstört wurden, wie einem Bericht der Nahe-Zeitung zu entnehmen ist.
Das Haus in der Goethestraße 38, in dem meine Großeltern wohnten und in dem mein Großvater eine Schreinerei eingerichtet hatte, wurde nur knapp von einer der rund 70 Bomben, die insgesamt auf den Stadtteil gefallen sein müssen, verfehlt und schlug im darüber liegenden Wohnhaus in der Kiesstraße ein.


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Stummer Zeitzeuge: Spuren des Zweiten Weltkrieges.
Geschoss-Einschlag an der Nahebrücke
zwischen Idar-Oberstein und Kirn-Sulzbach
In Oberstein wurden in den folgenden Tagen der Bahnhof, die Hohlschule (die sich in der späteren Hohlkaserne befand), einige Häuser in der Hasbach, die Hindenburgbrücke am Bahnhof (heute Wilhelm-Leuschner-Brücke) sowie das Eisenbahnviadukt am "Gefallenen Felsen" bombardiert.

Bereits bei den ersten beiden Angriffen auf Idar am 11.10.1944 und 23.01.1945 gab es Tote zu beklagen.
Insgesamt blieb Idar-Oberstein weitgehend von Bombenangriffen verschont, obwohl gerade in Oberstein kriegsrelevante Industrie angesiedelt war.

Nach dem Bericht der Nahe-Zeitung vom 22.02.2015 sah der damalige Bürgermeister Ludwig Bergér dafür drei Hauptursachen: Zunächst einmal machte die topografische Situation Angriffe schwierig, zudem hätten sich die Amerikaner schon frühzeitig Klotzberg- und Straßburgkaserne als künftige Unterkunft ausgesucht, und zum Dritten habe er darauf geachtet, dass sich Idar-Oberstein nach außen immer nur als Schmuck- und Edelsteinstadt präsentierte und nicht als Hersteller von Rüstungsgütern.